Vom Schweben und Wachsen

Rose Gedicht

(Liebesgedicht)

Zwei Samen schwebten durch die Luft,
fielen nieder in das grüne Gras,
der Eine Schatten der Andre Duft,
geboren durch des Himmels Nass.

Am Anfang waren beide gleich
und rankten sich zur Sonne hin,
verwurzelt in der Erden Deich,
welch Glück wohnt jetzt darin.

Der Eine nur ein kleiner Baum,
wuchs langsam neben ihrem Glanz,
die Rose war ein Blütentraum,
auf des Sommers warmen Tanz.

Ihr Stachel spitz beschützte ihn,
vor jedem Feind der leise kam,
der kleine Baum der wandt sich hin,
dem Liebreiz der die Sinne nahm.

Sie wuchsen eifrig Jahr um Jahr,
der Baum jetzt einen Schatten warf,
die Rose stand dort rot und wahr,
bis das Dunkel ward zu scharf.

Die Blume nach der Sonne reckte,
die Eiche merkte dieses kaum,
ein Stachel sie in den Pflänzling steckte,
doch dieser blieb in seinem Traum.

Die Rose die verwelke nun,
und gab den Samen wieder frei,
der grüne Riese wollt nur Ruhn,
ihm war die Zeit wohl einerlei.

Die Blüte starb mit braunen Blättern
der Wind trug sie ins Nichts hinfort,
nie würden sie erneut hinklettern,
gemeinsam an den sonngen Ort.

Zu spät der Baum sich jetzt erschrak,
da lag die Rose dörr im Gras,
vor Trauer ward das Blattwerk karg,
und seine Krone wurde blass.

Die Rose blüht unsichtbar weit
für immerdar an andren Gestaden
unendlich lang wird jetzt die Zeit,
der Baum nun braun und schuldbeladen.

Arno von Rosen, 05.05.2015

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4 Gedanken zu “Vom Schweben und Wachsen

  1. Rosenmelodie

    Du bist die Königin der Blumenpracht,
    dein langes Bein, so zart grün dein Blatt,
    ein Strauß die junge Mutter glücklich macht,
    Hochzeitsglockenrausch dich im Arme hat.

    Jede Liebe suchst du irgendwann auf,
    mancher Streit wird durch dich beendet,
    Schwüre, Tränen kennst du zuhauf,
    dein Duft, dein Anblick Frieden sendet.

    Deine Dornen mahnen zur Wachsamkeit,
    weil die Liebe kein stetig Ding ist,
    im Leben kommt so mancher Streit,
    ach – wäre das Vertragen ohne dich trist.

    In deiner Nähe dein Duft so betörend,
    jede Tafel du zur Hymne erhebst,
    Zeitlos schön, im Bilde nichts störend,
    auch im Tode weiterlebst.

    So erhoben bleibst du doch bescheiden,
    auch einzeln zeigst du deine Pracht,
    ob arm oder reich alle im Liebesreigen,
    viele am Tage, du auch zur Nacht.

    Volksdichter
    Frank Poschau

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