Der kleine Casimir … Teil 4

Das blühende Frühjahr ging nahtlos in einen wundervollen Sommeranfang über und längst hatte Casimir die Ermahnung seines Vaters vergessen.Sie spielten nun jeden Tag mit der Prinzessin und freuten sich über saftigen Klee, reichhaltiges Körnerfutter und immer hatte RoseGoldstück noch eine kleine Leckerei in den Taschen, die sie nur für die Küken aufhob. Mama Cassiopeia ließ es klaglos zu, denn die Rasselbande konnte einem buchstäblich die Federn vom Kopf picken. Die Rosen waren zu voller Pracht herangewachsen und ihr betörender Duft war im gesamten Garten der Prinzessin wahrzunehmen.

An einem besonders warmen Tag verbrachte die ganze Hühnerfamilie ihren Mittagsschlaf im Schatten der Sträucher, denn es würde noch lange dauern bis Goldstück mit ihrem Vater Casimir Versteckvom Schwimmen im See wieder kehrte, um ihnen den Abend mit Obst zu versüßen. Gelangweilt trippelte Casimir durch ihr Gehege, bis er an dem Außenzaun vorbei kam und ihm vor Freude fast die Augen übergingen. Noch prächtiger wirkte nun das weite Land und die Wiese strotzte nur so von schmackhaften Gräsern. Der kleine Hahn hielt für einen Moment inne, aber hüpfte dann beherzt über die Hölzer hinweg und plumpste in das weiche Gras. Es fühlte sich herrlich an, wie es in den Federn kitzelte und er fing sofort an seine verdiente Extraportion zu verschlingen, als er seinen Vater rufen hörte. Augenblicklich duckte er sich tief ins Gras und als er sicher war nicht entdeckt worden zu sein, lief er so schnell er konnteCIMG6888 dorthin, wo er die großen Bäume vermutete, die er durch die hohe Wiese nicht erblicken konnte. Nach wenigen Minuten gelangte er auf einen Weg und vor ihm eröffnete sich ein märchenhafter Anblick. Ihm zu Füßen erstreckte sich ein unermesslich weites Feld mit dicken reifen Ähren an denen Körner in Hülle und Fülle hingen. Blumen die er noch nie gesehen hatte zauberten rote Farbtupfer in die Landschaft und der blaue Himmel lachte über ihm. So vergaß Casimir völlig die Zeit und erst als die Sonne begann sich langsam dem Horizont zu nähern fuhr Steinhühnerihm der Schreck in die Glieder. Er rannte durch das riesige Kornfeld und erreichte den Weg, aber außer hohem Gras konnte er nichts sehen und es wurde immer dunkler draußen, doch er verzagte nicht, sondern scholt sich einen Feigling und bahnte sich einen Pfad durch die dichten Büsche. Schließlich kam er an ein unscheinbares Gatter, aber es war nicht sein Zuhause, denn auf der anderen Seite sah alles Trist aus und es gab nur einen Haufen Steinfiguren, die einen bedrohlichen Eindruck auf Casimir machten. Er musste sich in der CIMG9331Richtung geirrt haben, deshalb drehte er sich um und ging wieder zurück zu dem Feld, um von dort aus einen neuen Versuch zu wagen, aber die Nacht brach zu schnell herein und machte eine Orientierung aussichtslos. Mutlos tappte er durch die Dunkelheit und suchte mit hängendem Köpfchen den Heimweg, als es anfing zu regnen. – Fortsetzung folgt –

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10 Gedanken zu “Der kleine Casimir … Teil 4

    1. Guten Morgen liebe Arabella, es ist eine Ehre mit der fabelhaften Selma Lagerlöf verglichen zu werden und ich neige mein Haupt als Dank. Ich werde dieses tolle Lob mit Prinzessin Goldstück teilen, denn sie ist die Muse dieser Geschichte ❤

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      1. Ich habe immerhin eine kräftige Stimme und könnte um Hilfe rufen…. oder vor mich hin fluchen, während ich smartphonlos den Rückweg suche. So viel zu meiner Hilfe im Fall von Rettungswünschen. 😉

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