Versatile von Vitaestblog

vbaNun hat mich Bine Unger von Vitaestblog für die Vielseitigkeits-Award ausgewählt. Da fühle ich mich alleine schon geehrt, weil Bine im fernen Kanada sitzt (auf ihrem Blog erfahrt ihr viel mehr darüber) und trotzdem den langen Weg zu meinem Blog gefunden hat 😉 Awards gibt es doch einige, aber einer, bei dem man selber Dinge von sich preisgeben soll, hat natürlich seinen besonderen Reiz, jedenfalls für mich, denn ich möchte dann wirklich etwas schreiben, was tatsächlich noch keiner weiß und dazu interessant ist. Da ich über mein Küchenleben schon 7 Dinge verraten habe, versuche ich mich jetzt bei meinem Künstlerleben, im weitesten Sinne. Vor ein paar Tagen ist mir bei Maribey auf dem Blog Finde Satz klar geworden, wie viele kreative Sachen ich in meinem Leben so mache. Mir selber fällt das nicht weiter auf, denn die Tage und Nächte sind zu voll, um darüber nachzudenken. Doch jetzt ist der Zeitpunkt gekommen ein paar Versprechen einzulösen und aus dem Nähkästchen zu plaudern – viel Spaß beim Folgen meiner Spuren 🙂

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Meine zahme Gans mit 5

Mein erstes Erlebnis mit Kunst war bei meinem Großvater als ich 6. Jahre alt war. Er war Maler und ich sah ihm oft zu, wenn er Landschaften oder Portraits gemalt hat. Von ihm bekam ich meine erste Zeichenstunde. Ich freute mich jetzt auch wie Rembrand malen zu können, doch zu meiner Enttäuschung sollte ich nur eine Streichholzschachtel malen. „Wenn du die richtig zeichnen kannst, kannst du alles malen was du willst“, sagte er zu mir. Er sollte Recht behalten. Erst später erfuhr ich davon, dass ich bereits die vierte Generation Künstler bin, mit Deutschem Kunstpreis und Bauhausmitbegründung.

Als ich 10 Jahre alt war, schrieb ich an meinem ersten Gedicht, welches ich zwar noch jahrelang bei jedem Umzug mitschleppte, welches nun doch noch verloren ging, aber den Anfang werde ich nie vergessen. „Gluckernd fließt der Jägermeister, auf die Hose und wird Kleister. Fassungslos und wie von Sinnen, sollt‘ das Zeug doch in die Kehle rinnen. Klebrig jetzt mein Sitzgefährt, von Alkohol schon oft genährt, wird mir schon balde klar, ein Meister ich im Saufen war … Insgesamt hatte die Reimerei eine Länge ähnlich Schillers Bürgschaft und die Familie hat sich halb tot gelacht. Meine ersten ernsthaften Gedichte in Liebsdingen habe ich alle den Damen meines Herzenz geschenkt. Ja nu.

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Meine Art Humor

Ungefähr im selben Alter habe ich mein handwerkliches Talent entdeckt und fürderhin alles auseinander genommen und wieder zusammengebaut was mir in die Finger kam. Damit besaß meiner Mutter ihren eigenen Reparaturservice. Mit 12 habe ich dann angefangen den Motor ihres Käfers zu warten, natürlich mit Erfolg, zur Freude meines Vaters, der sich vor Werkstattrechnungen drücken konnte. Mit 13 bin ich dann Auto gefahren, nachts, alleine … und niemand weiß es bisher.

Mit 12 durfte ich bei meiner Mutter in der Küche helfen und ich meine nicht Geschirrspülmaschine ausräumen & Co. Dies war mich, wie für jeden anderen, Horror 😀 Nein, zuerst Rührkuchen, wenig später Klöße, Kroketten, Salate und Torten, danach folgten Saucen wie Bernaise oder Vinaigrette, Pasteten und vieles mehr, begleitet von vielen Ahaaas und Ohooos der Familienoberhäupter, doch schon bald um meine Haut teuer zu verkaufen. Trotzdem ist die Liebe zur Küche geblieben.

Auftrag Vorzeichnung
Was die Leute so wollen …

Als Jugendlicher kam dann die Zeit mit viel Zeichnerei, gerne Akt oder auch Comics, natürlich ebenfalls im Unterricht, doch tatsächlich bin ich nie über eine 2 im Kunstunterricht hinaus gekommen, zu viel Zeit hat es mich gekostet für die Klassenkameradinnen ihre Arbeiten bis zu einer 1 zu bringen. What shalls, ich wußte ja, dass ich es kann. Nach meinem Auszug mit 17 Jahren folgte dann das Geld verdienen mit meinem Zeichentalent, ob Portraits, Aktzeichnung oder Wunschbilder aller Art. Irgendwann konnte ich mich nicht mehr von meinen Babys trennen und hab nichts mehr verkauft.

Mit 19 Jahren kehrte ich in eine neue Heimat zurück, wurde über Nacht Geschäftsführer des Computerhandels meines Vaters, verkaufte meinen ersten Laptop für 6000 D-Mark und einem Gewicht von 15 kg. Ich entdeckte überrascht mein Verkaufstalent und riet meinem Vater dringend mehr Spielecomputer ins Programm zu nehmen (1983), da dieses eine goldene Zukunft bedeuten würde. „Das ist Quatsch Sohn, die Welt will nicht spielen, sie will richtige Personal Computer!“ Wir trennten uns für immer und er schloss sein Geschäft bald wegen zu viel Ernsthaftigkeit. Jo mei.

Charlotte Roche
Charlotte Roche

Zwar hatte ich meine ersten Freundinnen schon mit 15 fotografiert, aber wirklich seriös machte ich das erst mit 20 Jahren. Da ich mit jedem Model auch zusammen war (ein echtes Klischee) waren es zwar nur wenige, dafür mit ohne alles, aber gerne Damenstrümpfen über der Linse (als Weichzeichner und Farbgeber, was habt ihr denn gedacht). Aufträge von Damen lehnte ich damals gerne ab, aus Angst permanent in Beziehungen zu geraten. Dankenswerter Weise hat meine Frau die paar hundert Bilder später entsorgt 😀 So entstand ursprünglich mein Hang zur Fotografie.

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So sehen müde Jungs aus …

Damals lernte ich auch Christian kennen, ein echtes Talent für Mode, Styling und Musik. Ich glaube er macht heute noch etwas mit Musik, aber zu dieser Zeit haben wir zusammen Klamotten entworfen, die leider nie einen Laden von innen gesehen haben, aber mit ein paar Beziehungen hätte daraus Großes werden können. Immerhin hab ich es damals bis zum Laufstegmodel gebracht und damit meine Klamottenkasse aufgebessert, denn ich war echt süchtig nach Style und meine Lieblingsdesigner waren damals Kirsten Teisner mit InMind und Martinique, sowie Hugo Boss, Benetton und Elesse, die damals noch nicht alle so verstaubt daher kamen wie heute. Auch die Frauenlinie habe ich getragen, da für Männer oft nur farbloses Zeuges hergestellt wurde.

Außerdem habe ich mit 19 Jahren eine Tanzgruppe gegründet die „Electric Shadows“ hieß und die Shows mit Breakdance, Electric Boogie, Smurf und Moonwalk vorgeführt haben. Damit sind wir sogar bis ins Hessische Fernsehen gekommen, doch auf Youtube und Konsorten lässt sich dies nicht finden, weil es wohl nie jemand hochgeladen hat und mir/ uns das nicht wichtig war 🙂

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Erst Bademode vorgeführt, später getanzt (Die Tanzschule kannte keiner von uns)

 

Um die schiere Angeberei jetzt endlich mal zu beenden und weil ich eben bemerkt habe, dass ich bereits 9 Punkte geschrieben hatte, nur noch die Vervollständigung in Stichpunkten. Ich habe zwei Patente in Firmen erworben, die mit meinem Gehalt abgegolten waren, habe als Dekorateur für Länder wie Griechenland (jetzt weiß ich auch, warum ich der Kohle damals so lange nachlaufen musste) und Indien gearbeit. Geschäfte in ganz Deutschland dekoriert, Designs entworfen (im PC Bereich), die heute noch weltweit verwendet werden, Ortungstechnik mit der Universität Shanghai entwickelt (damit werden heute Handelswaren gesichert bzw. Menschen lokalisiert), schreibe ab und zu Bücher, blogge ein bisschen …, jupp, das wars 🙂 Falls jemandem noch etwas einfällt, dann heraus damit.

Ich nominiere jetzt mal die Blogs: Tja, also darin bin ich eine echte Niete, deshalb bitte ich noch unnominierte Blogs einfach mitzumachen 🙂

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Die Buchlampe habe ich für meine Frau gebaut
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65 Gedanken zu “Versatile von Vitaestblog

  1. Lieber Arno, das ist wunderbar zu lesen und sehr interessant. Dein Erzählen zeigt wie toll bunt ein Lebenslauf sein kann und wie schön es ist, Talente leben zu lassen. Ich habe zuvor schon gedacht , was du alles kannst, das weißt du ja; nun denke ich es nochmal mehr. Erfreute Grüße zu dir, Marion

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  2. Wie wenig man über andere Menschen eigentlich weiß … 🙂
    Umso schöner, dass es Beiträge, wie diese gibt, die einen persönlichen Einblick in das Innenleben gewähren. Super unterhaltend erzählt, da kann man teilweise nur neidisch werden 😉

    Gefällt 4 Personen

  3. Ich koennt‘ vom Stuhl fallen vor Lachen, Arno. Ich freu mich ja so, dass Du geschrieben hat. Es ist sowas von erfrischend zu lesen. Danach sind mir noch viele Sachen aus meiner Vergangenheit in den Sinn gekommen, die einfach verschuettet waren. Was wir alles so gemacht haben, besonders ohne Handy und Internet. Holy cow, hatten wir Spass!!! Allerliebsten Gruss, diesmal aus dem eiskalten Quebec .

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    1. Lieber Gerhard, tanzen habe ich natürlich aufgegeben und in Schaufenstern und Messen springe ich ebenfalls nicht mehr herum, den Rest habe ich dann nach einer Pause von ast 25 Jahren wieder aufgenommen und bin sehr glücklich darüber. Das ist zwar nicht richtig ruhig, aber ich habe jetzt Ruhe dabei 😉

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      1. Bin gerade dabei, AUCH einige Sachen wiederaufzunehmen bzw. überhaupt erstmalig zu tun. So etwa Funsportarten. Fühle mich mit 62 Lenzen und 28 kg leichter als vor 14 Monaten quietschjung und möchte noch so manches ausprobieren 🙂

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    1. Guten Abend lieber Lu, du hast eine sehr feine Beobachtungsgabe 😉 Tatsächlich habe ich das letzte Mal mit 5 Jahren zu meinem Großvater gesagt, dass mir langweilig wäre, worauf er mir riet zwei Backsteine zu nehmen, in den Garten zu gehen und mir die Falten aus dem …, aber na ja, immerhin bin ich beschäftigt und habe Freude daran. Beste Grüße aus dem blaudunkelden Marburg 🙂

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  4. Lieber Arno! Endlich bin ich auch einmal wieder bei Dir zu Besuch, Du alter Glücksritter! Eine schöne Lebensgeschichte, auf die Du da (bis jetzt) urückblickst! Dass Du ein heißer Hans Dampf in allen Gassen warst, überrascht mich ja irgendwie nicht wirklich! Natürlich ist auch das nur ein Stückchen des gesamten Arno. Aber ein bißchen Privatsphäre sei Dir natürlich gegönnt….und ein wenig Raum für Fantasie ist immer gut, .deshalb weigerst Du Dich bestimmt auch, uns Dein wahres Anlitz in Form eines Fotos zu zeigen. Aber ich kann´s verstehen! Bestimmt hast Du einen fetten Pickel auf der Nase! 😉
    Dann wünsch´Ich dir, dass Du noch mindestens genau soviel entdeckst, wie Du bereits gefunden hast… Alles Liebe, Nessy

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    1. Liebe Nessy, dies ist relativ schnell erklärt, aber viel weniger charming, als ein Pickel auf der Nase. Ich habe unter dem Familiennamen meines Vaters im Ausland gearbeitet und dort wirklich Menschen getroffen die gar keinen Humor besitzen. Später habe ich mein erstes Buch darüber geschrieben (trotzdem nicht kaufen, denn ich überarbeite es gerade), aber unter dem Mädchennamen meiner Mutter, den ich heute offiziell führe (lange Geschichte und ebenfalls nicht charmanter) und aktuelle Bilder wären einfach schlecht für meine Gesundheit. Thats all! Für andere wäre das gelungenes Marketing, ich halte es zurzeit einfach für notwendig. Dir eine entspannte Woche!

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  5. Alles gut ! Just a Joke! Wie gesagt, ein wenig Fantasie schadet ja auch nicht! Es ist andererseits natürlich auch ein guter Marketing Trick, sein Gesicht nicht preiszugeben! Bei mir hingegen denke ich, dass mein Gesicht das Ganze noch persönlicher macht, auch wenn es das Gesicht ist, hinter dem schon 20 Minuten Badezimmer steckt… das Bild vorher möchte ich auch nicht unbedingt auf meinem Blog, obwohl die Leute was zum Lästern hätten! Aber da bin ich halt auch eigen… Alles Liebe, Nessy

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  6. Wow, da bekommt man ja richtig Angst beim lesen. Krass, was du alles schon erlebt und gemacht hast, lieber Arno und trotzdem bist du liebenswert und bodenständig geblieben und dein Humor ist ja auch wirklich einmalig köstlich.
    Hätte ich einen Hut, würde ich ihn nun ziehen.
    Irgendwann gibt es dich bestimmt im TV
    und auf DVD erhältlich. „Arno von Rosen. – Ein gel(i)ebtes Leben“ 😉
    Ich bin gespannt. 😉
    Schön, dass es dich und Menschen wie dich, gibt. ❤

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