Vernissage …

P1300724Mal im Ernst. In welchen Blog schiebt man einen Beitrag über Kunstfotografie, wenn man gleichzeitig das Catering gemacht hat? Ja genau, mir ist dazu auch nix eingefallen, deshalb hat ganz klassisch ein Münzwurf entschieden 😉 Wenigsten habe ich mir so das Rezepte schreiben gespart, aber natürlich werde ich ein bisschen was über mein Essen sagen, auch wenn ich dieses Mal nicht einen einzigen Bissen davon abbekommen habe und das kam so.

Vor zwei Monaten hat mein Best Buddy Holger eine Fotoausstellung für uns organisiert und wir dürfen jetzt bis zum 28.05.2017 ausgesuchte Bilder einiger Mitglieder der „Marburger Fotowalker“ im Rotkehlchen ausstellen, ein Lokal, nebst einer Bühne, wo national bekannte Künstler auftreten, die dann auch unsere Fotografien sehen werden. Weil Holger sicher gehen wollte, dass bei der Eröffnung der Magen und das Auge nicht zu kurz kommen, durfte ich das Catering machen. Klar sollte es etwas Besonderes sein, aber nicht zu aufwendig. Das Konzept ist nicht meins, denn entweder schmierst du ein paar Schmalzstullen und bist fertig, oder du zeigst mal was so geht in der feineren Küche. Natürlich wollte ich alles maximal frisch haben, möglichst in Bio-Qualität und superlecker, wenn es serviert wird. Es hat sich wieder gezeigt, dass ein EinMannCatering ein echter Knochenjob ist, weshalb ich bei der Veranstaltung selber kaum etwas essen konnte, auch wenn andere Mitglieder ebenfalls köstliche Sachen mitgebracht haben. Von den kleinen Kuchen, Muffins und Brownies habe ich mir dann ein paar Proben mitgenommen und die waren alle wirklich gut!

Da ich kürzlich gute Erfahrungen mit essbaren Brottöpfchen (heuer aus Ciabattateig) gemacht hatte (zum Rezept), beschloss ich Varianten davon zu machen, allerdings ohne Fleisch, Schinken usw. da ich nicht wußte ob Vegeatarier, Veganer oder andere Speisegruppen anwesend sein würden. Ich beschloß frisch geräucherten Fisch zu nehmen, den Spargel kurz anzugrillen und zu marinieren, Rote Bete a la Julienne zu schneiden, teilweise mit Eiern zu garnieren und mit Erdbeer-Vinaigrette zu verfeinern. Die anderen Töpfchen waren mit einem angeschmorrten Gemüse aus Zucchini und Paprika gefüllt (alles noch knackig und mit Farbe), dazu dann wieder frischer Räucherfisch von einer lieben Fotokollegin, die das für ihr Geschäft selber herstellen. Dazu frischer selbstgezüchteter Basilikum, Mozzarellakugeln und wieder Erdbeervinaigrette. Als kleinen französischen Absacker gab es selbstgebackene Minibrote mit Anis, Kreuzkümmel, Fenchelsamen und einer Prise Koriander. Ein frischer Brie, Oliven und Mandarinenfilets rundeten das Geschmackserlebnis ab.

Was soll ich sagen. Es ging alles weg wie warme Semmeln und ich musste nix wieder mit nach Hause nehmen. Einige haben mich so lange gesucht, bis sie wußten wer das gemacht hatte, nur um sich für das tolle Essen zu bedanken. Da waren meine Bilder schon total vergessen, so habe ich mich gefreut. Besonders das eine Bild hat gleich wieder zur Aufforderung geführt, doch für zukünftige (aber nicht allzu entfernte Zukunft 😉 ) Gelegenheiten vorbei zu kommen, um mich als Koch zu mieten. Hab‘ ich zwar noch nicht gemacht, aber warum eigentlich nicht 🙂 Das war alles erst gestern und danach war aufräumen angesagt, was ich eigentlich gerne machen, aber es ist ein Unterschied für 6 bis 8 Personen zu kochen oder für 30 😀 Habt alle einen schönen Samstag, denn ich bin heute ebenfalls mal eingeladen (und muss nix mitbringen), weshalb ich jetzt gleich für den Rest des Wochenendes virtuell die Füße hoch lege – viel Spaß 🙂

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71 Gedanken zu “Vernissage …

  1. Grosses Gastronomen-Kompliment! Sehr gut gemacht und bekocht werden und Füsse hoch und ein zufriedenes Herz – das hast du dir redlich verdient. Störkoch – nennt man hier die Köche, die zu einem nach Hause kommen und vor Ort (fertig-)kochen. Langweilig wirds dir nicht werden….

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  2. Sehr lecker sieht das Essen aus, da kann ich verstehen, dass du gar nichts abbekommen hast. Das größte Kompliment, das ein Koch mMn bekommen kann. 🙂 Und meinen herzlichsten Glückwunsch zur gelungenen Ausstellungseröffnung natürlich auch. Egal ob Essen oder Bilder im Vordergrund stehen. 😉
    Zuletzt ein kleines Dankeschön für die Nostalgie. Ich war gerade gedanklich wieder wie früher allmonatlich auf dem Flohmarkt … und der ein oder anderen Veranstaltung von German Stampede Wrestling.

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  3. Maestro Arno,
    das schaut und klingt sooo appetitlich, mir läuft das Wasser im Munde zusammen! Und es ist sehr aufmerksam, daß Du vegetarische Bedürfnisse miteinkalkuliert hast. Ich habe mich schon so oft über irgendwelche Speckwürfel und Schinkenstreifen in Gemüse, Salaten und Suppen geärgert und mir blieben dann als Vegetarierin nur noch Wasser und Brot und ein Käsewürfelchen zu essen übrig.
    Diese Brottöpfchen sind ganz entzückend. Ich hätte wahrscheinlich vor lauter Eßgenuß die Fotoausstellung nur noch als beiläufige Dekoration wahrgenommen. 😉
    Ich habe ja den Spitznamen „siebenmägige Raupe“, weil ich so gerne esse und zugleich so ein Fliegengewicht bin.
    Dann laß Dich mal fein den Rest des Wochenendes verwöhnen.

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  4. Man kann Dich also als Koch mieten. Das sind erfreuliche Entwicklungen. Ich hoffe, Du wirst auch darüber berichten, wie sich dieses Koch-ausleihen so entwickelt, täte mich sehr interessieren! Danke fürs Teilen Deiner kulinarisch-fotografischen Erfahrung! Und schön, dass alles verputzt wurde (kein Wunder!). Alles Liebe und angenehmes Füßehochlegen Dir, lieber Arno.

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  5. OMG!!! Ich träume manchmal noch von einem Salat, den ich einst in einem „Brotteller“ gegessen habe. Man, war das lecker. Und Deine Bilder erinnern mich da total dran. Finde ich so gut, auch ökologisch gesehen, die „Teller“ einfach zu backen. Fast wie Eis mit Waffel … hmmmm. 🙂 Ob ich heute noch eins essen gehe???

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      1. Würde ich gerne, aber das gibt es dort nicht mehr!!!Insofern, lieber Arno, ist das doch alles sehr innovativ (wenn auch nicht neu), was du treibst. Oder meinetwegen auch Retro. Retro ist schick, das mach ich ja auch, wenn auch auf eine andere Weise … 😉

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  6. Vor zig Jahren habe ich mal Kochen bei einer Hauswirtschaftslehrerin in Basel gelernt, da hatte ich schon eine Prüfung in Kochen abgelegt. Die Schweizerin war allerdings noch einen touch raffinierter im Kochen und hat mir noch so manchen Kniff beigebracht. Von daher, ich kann schon beurteilen wie sorgfältig und liebevoll du deine Raffinessen zubereitet hast. Da steckt tatsächlich so viel Zeit darin und ich finde immer, man kann sehen, wer es kann und wer es nicht kann. Du kannst es! Und mehr Lob kann man von einer Schwäbin einfach nicht erhalten. Höchstens: „Passt scho!“ Also, bilde dir ruhig was ein.

    Übrigens habe ich später beruflich ganz was anderes gemacht, in Steuern nämlich. War ziemlich interessant.

    Herzlichen Sonntagsgruß, Brigitte

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    1. Liebe Brigitte, du bist sehr sicher auf mein Rötezentrum zugesteuert und ich danke dir mit tiefster Verbeugung (die Kochmützenspitze berührt fast den Boden) und ich wünsche dir einen fabelhaften Abend 🙂

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  7. So Großartig! Lieber Arno, meinen höchsten Respekt vor dieser Leistung.
    Meine Eltern hatte ja mal eine Gastwirtschaft und ich weiß, was für eine riesen Arbeit es ist ein Catering ganz allein zu stemmen. Meine Mama kann da ein paar Lieder von singen.
    ABER wenn dann hinterher alle satt und glücklich sind. Es muss ein schönes Gefühl für dich gewesen sein, dass es so gut angekommen ist. Wirklich schön. Das Essen sieht auch echt super lecker aus liebevoll hergerichtet aus. Ich kann dich wieder mal nur bewundern, du Küchen-Hero mit Herz. 😉
    Leckere und breit grinsende Grüße, Rohnifer ❤

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      1. Und ich hätte mich mit Freude durch-gehäppchend. ❤ Viele, tausend Kleinigkeiten sind soo viel besser als eine große Portion. Mein Freund hat früher immer Augen-rollend gesagt: "Hauptsache wir haben wieder den halben Kühlschrank auf dem Tisch stehen." 😀

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  8. Einfach nur großartig, Kunst für das Auge und Kulinarischen für den Magen! Was will man als Besucher einer Vernissage mehr?! Das war harte Arbeit, lieber Arno, ich kann mir leibhaftig vorstellen, wie Du als Einmannbetrieb gezaubert hast! Hut ab! Und doch hat es was Besonderes, andere Menschen mit Kreativität glücklich zu machen und zu sehen! Also, Dich als Koch zu mieten, hat durchaus seinen Reiz, wenn ich da nur an Dein Waffelrezept kürzlich denke! Ist in Planung nachzumachen! *smile

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    1. Liebe Gaby, deine Waffelausführung wird dann sicher wieder ein Ereignis, weil du ebenfalls mit Leidenschaft dabei bist! Danke für deinen schönen Kommentar und eine wunderbare Frühlingswoche für dich 🙂

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  9. Wow! Das war sicherlich supi-dupi schön für Dich und Deine Gäste! Ich liebe diese beschwingt – heitere, leicht moussierende Atmosphäre von wirklich guten und liebevoll gemachten Vernissagen! Dahin kommen meist ja viele Leute, die auch einen persönlichen Bezug zu den Künstlern haben… und bei der die Bilder und die Speisen ,,ganz besonders besonders“ – so wie bei Euch – ausgesucht wurden! Dann bekommt das Ganze etwas Einzigartiges, gleichzeitig aber auch Gemütliches, was nie aufkommen kann, wenn es sich um rein kommerzielle Veranstaltungen handelt! Bei denen gibt es dann diese 0-8-15 Catering Kaviar-Löffelchen mit Dill und Lachs, dazu orange etikettiertes Veuve Clicquot Bruddel-Wasser und schwarz gekleidete Arroganzis gratis obendrein, mit Bildern, bei denen man weder weiß, was den ,,Künstler“ dazu getrieben hat, so etwas auszustellen, noch, warum dieser augenscheinlich von einem Kleinkind verschmierter Farbklecks 11.000 Euro kosten soll… Toll zu hören, dass auch das Echte, wirklich Wertvolle noch geschätzt und praktiziert wird! Aber was soll anders herauskommen, wenn Du und die Marburger Fotowalker etwas in die Hand nehmen?

    Alles Liebe und weiterhin viel Erfolg und vor allem Spaß für Eure kreative Truppe, Nessy!

    http://www.salutarystyle.com

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    1. Liebe Nessy, der Urlaub tut Dir offensichtlich gut, denn Du sprühst vor Charme und Witz 😀 In meinen jungen Jahren war ich oft auf solchen Veranstaltungen die recht steif waren mit den von Dir so perfekt beschriebenen Umständen 😉 Hier waren aber alle sehr locker und fröhlich, so wie es eigentlich sein soll nd meine Bilder kosten auch unter 10.000 Euro inkl. Signatur, also ein echtes Schnäpschen 😉 Dir wunderbare Tage mit Sonne und gutem Essen 🙂

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      1. Lieber Arno! Danke für Deine liebe Antwort! Zugegeben haben wir hier wirklich Glück gehabt! Nach einem richtig mißglückten ersten Tag, bei dem nahezu alles schief gelaufen ist, was schief laufen kann, dass wir uns wirklich schon bei ,,Verstehen sie Spaß“ wähnten, hat sich das Blatt um 180 Grad gewandelt und wir fanden uns mit den brävsten, fröhlichsten Kindern auf der schönsten Anlage mit einem echten Traumstrand und richtigem ,,Wow“ Essen wieder… Bilder folgen natürlich!

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