Ware: Mensch

Artikel für: Buch, Kultur & Lifestyle

ZeitOstern steht vor der Tür. Im besten Falle verbringen wir die Feiertage mit Familie und Freunden. Wir sprechen, wir essen, wir spazieren, wir verbringen einfach gemeinsame Zeit miteinander, ohne Hast und Alltagssorgen. Vielleicht ist es aber auch eine Gelegenheit durch die Geschäfte zu ziehen um zu kaufen, zu schenken, Party zu machen (sofern möglich) und dann geht diese Zeit an uns vorbei ohne mehr zu sein, als eines von vielen Wochenenden, nur eben ein wenig länger, sonst nichts.

Ich bin mit so ziemlich allen Religionen aufgewachsen die man kennt und war als Sohn von … sicher ein besserer Student, als einige andere die jene Kurse meines Vaters besuchten. Doch Religion bedeutet mir nichts, Jesus bedeutet mir nichts und Gott, ob nun bärtiger Greis oder weise Frau, ebenfalls nichts. Es sind Geschichten aus einer brutalen Zeit, ohne jegliches Mitgefühl, alleine denen vorbehalten die das „Sagen“ hatten, während der Rest der Menschheit ums Überleben kämpfte, meistens täglich. Jünger, Pilger, Weise, Erleuchtete oder Propheten zogen hinaus in die Welt, um das „Wort“ zu verkünden, welches Frieden, Erlösung und Güte bringen sollte. Ich habe nichts gegen Religionen, sofern es den Menschen hilft besser ihren Alltag zu bestehen, doch hüte ich mich vor jenen, die Religion wie ein Moralschwert vor sich hertragen, um es mir vor Augen zu halten, damit ich ein Besserer werde als der, welcher ich bin. Die Geschichte zeigt dennoch nur einen blutigen Pfad, sieht man mal von Randerscheinungen wie Ghandi und wenigen anderen ab. Jeder rechnet die Zivilisierung von einem anderen Zeitpunkt für sich (vielleicht mal abgesehen von Urvölkern in Südamerika oderAustralien). Die Einen beginnen vor 10.000en von Jahren, die Anderen beginnen bei den alten Griechen, manche ab dem Mittelalter. Und ich?

EhrenamtIrgendetwas haben wir schon, aber eine Zivilisation nach den uns selbst genannten Maßstäben (Grundgesetz und sogenannte abendländische christliche Werte) haben wir nicht. Noch nicht einen einzigen Tag lang. Sicher werde ich den Zeitpunkt auch niemals erleben, selbst, wenn ich alt würde wie Metusalem, doch will ich an der Oberfläche kratzen, egal wie sinnlos es erscheint, wie blutig die Finger, wie endlich mein Leben, meine Kraft oder meine Zuversicht sind. Je älter ich werde, desto offener werden meine Augen und ich sehe Armut. Bei alten Menschen, die auf Parkbänken sitzen, obwohl sie lieber in einem Café wären. Alleine in den letzten 10 Jahren hat sich diese Altersarmut mehr als verdoppelt und liegt jetzt bei über 530000 Hartz IV Beziehern und unsere Jahrgänge kommen erst noch, mit gebrochenen Arbeitsleben, Jobwechseln, Umzügen, Lehr- und Leerzeiten. Es werden Millionen sein und Millionen werden ihnen ehrenamtlich helfen. Ehrenamt. Ein wundervoll bestialisches Wort, denn es gibt keine Ehre zu verdienen, wenn man denen hilft die Hilfe benötigen und es ist ebensowenig ein Amt, denn es gibt nichts zu verdienen, außer inneren Frieden, welcher stets von kurzer Dauer ist, denn in dem Moment, wo ich diese Tätigkeit unterbreche, geht das Elend ungebremst weiter, ob nun direkt vor Ort oder in einem fernen Land.

Menschen werden mit Billiglöhnen ausgenutzt, denn sie müssen essen, wohnen, sich kleiden, wohlwissend oder ignorierend, dass auch 10 Euro Stundenlohn am Ende des Lebens Hartz IV bedeutet. Es existiert da draußen eine gigantische Armee zukünftiger Zukunftsloser, Aussichtsloser und Gesundheitsloser. Vielleicht stammt daher das war „Loser“ (Verlierer), denn eigentlich haben sie nichts mehr zu verlieren. Wer jemals an diesem Punkt war, nichts mehr zu verlieren zu haben, weiß, dass dieses absolute innere Leere bedeutet. Da ist kein Frieden mehr, kein Glauben an eine bessere Gegenwart und vor allem keine Liebe, auch nicht zu sich selbst. Und dann? Diese Menschen sind gefährdet und gefährlich zugleich, denn nach unserem Gesetz ist es verboten sich und andere zu verletzen oder gar zu töten. Dabei ist der Akt des Selbstmordes ein allerletztes Stück Freiheit, sofern wir niemanden sonst verletzen (die Hinterbliebenen sind ein anderes Thema). Dies gilt natürlich in erster Linie bei unheilbaren Kranken, aber auch viele ältere Menschen sind des Lebens überdrüssig. Sie warten Tag für Tag auf den Moment wo alles vorbei ist und sind doch so wertvoll, denn sie generieren Geld, sehr viel Geld, eine zukunftssichere Industrie mit atemberaubenden Wachstumsprognosen. Natürlich will fast niemand diese Alten, obwohl unser größtes Bestreben selbst ein hohes und vitales Alter ist. Die Jugend braucht nichts und wenn, sie hat ja Zeit, doch das Alter kostet, ist aber weder innovativ noch einträglich, es ist wie es ist. Zurzeit nutzlos.

Freiheit

Überall höre ich das ältere Menschen gebraucht werden. Ihr Wissen, ihre Zeit, vielleicht ihre Weisheit, aber gerne kostenfrei, denn wer gibt schon gerne Geld aus für Menschen die schon froh sind überhaupt noch einen Sinn im Leben zu erfüllen. Viele von uns werden nicht arbeiten bis sie 67 sind. Wir werden weit länger arbeiten, müssen. Klar, gerne ehrenamtlich. Nur macht diese Ehre nicht satt, nicht im eigentlichen Sinne, doch baut unser Staat auf diese Menschen, welche sich kostenlos in den Dienst der Gemeinschaft stellen, obwohl die allermeisten selber nicht viel haben, denn wer viel hat, besitzt eines auf gar keinen Fall. Zeit für andere. Obwohl jeder in der Wirtschaft einen guten Grund vorweisen kann, warum er nicht kostenlos arbeiten kann, soll doch jeder normale Bürger gefälligst nicht so gierig sein, nicht mal bei seinem eigenen Tod, denn obwohl die Organverpflanzungen notwendig sind, tausende von Leben retten im Jahr und jeder Arzt und jedes Krankenhaus daran bestens verdienen, gehen die toten ehemaligen Beitragszahler völlig leer aus. Ja, sie haben dem Dienst des Lebens zu gehorchen, der Ehre, der Bescheidenheit und nicht zu vergessen, der Moral.

Es ist völlig unmoralisch für die Organe eines geliebten Menschen Geld zu nehmen oder seine eigenen zu spenden, um nach dem eigenen Tod seine Lieben versorgt zu wissen oder das Geld zu spenden. Warum eigentlich? Wir sind doch eine Ware, immer und überall. Jeder behandelt uns so, jeder sieht uns so und natürlich werden wir nach Wert eingestuft und einsortiert, doch eine tatsächliche Gewalt über unser Leben wird uns entzogen, von Geburt an bis zum sicheren Tod. Eine Patientenverfügung ist natürlich ein Mittel ein Leben zu beenden, das sowieso keines mehr ist und die einzige Möglichkeit uns dem Warenstrom zu entziehen. Will ich sterben? Nein, genausowenig wie jeder von Euch, aber ich will mein Leben selbst bestimmen, immer und überall. So lange wie möglich. Das gilt auch für jeden anderen Menschen auf der Welt, ob er es nun weiß oder nicht, er sollte frei sein, satt sein, geborgen und geliebt sein. Darüber denke ich dieser Tage nach und bin unendlich dankbar kostbare Stunden mit geliebten Menschen zusammen zu sein, für die ich immer alles geben würde, so, wie wir es für andere Menschen auch empfinden sollten, nicht weil es chic ist, oder gerne von „Oben“ gesehen wird, sondern damit wir eines Tages keine Ware mehr sind, sondern eine gemeinsame Zivilisation.

Mein Zitat von heute stammt von Albert Schweitzer (1875-1965, Friedensnobelpreis 1952)

„Wem eigene Schmerzen erspart bleiben, der muss sich aufgerufen fühlen, die Schmerzen anderer zu lindern.“

Es grüßt Sie Ihr Arno von Rosen, Buchautor, Kolumnist, Blogger und dieser Tage sehr ruhig und nachdenklich. Schauen Sie nach allen Seiten und verschenken Sie ein bisschen Ihrer Zeit, es kostet weniger als Sie denken und gibt so viel mehr an Sie selbst zurück.

p1220063

Advertisements

56 Gedanken zu “Ware: Mensch

  1. Für besinnliche Feiertage fast schon etwas sehr pessimistisch, oder?
    Und Geld in den Mittelpunkt allen Seins zu stellen, naja… Wer 80 Stunden die Woche arbeitet und fünfstellige Monatsgehälter hat, muss nicht zwangsweise glücklich sein. Wer von H4 lebt(en muss), muss nicht zwangsweise unglücklich sein.
    Wieso kommt vor den Feiertagen (und auch nur da) eigentlich immer soviel Sozialkram, Spendenaufrufe und Schwarzmalerei zutage 😉

    Gefällt 2 Personen

    1. Ich bin eher Realist mit der Tendenz zum vorsichtigen Optimismus liebe Roe. Ich habe Geld ja nicht zum Mittelpunkt allen Seins gemacht, das waren andere und natürlich macht Geld nicht glücklich oder automatisch unglücklich, denn Glück zu empfinden ist auch eine innere Einstellung, nur ist es ziemlich schwer als Hartz IV mehr als nur kleine Glücksmomente zu erleben, weil jegliche Sicherheit im Leben fehlt. Das mit den Spenden ist einfach, es geht da um Kalkül der der Spendeneinsammler und Sozialkram poste ich immer mal wieder, doch vor solchen Feiertagen nehmen sich mehr Menschen Zeit sich darüber Gedanken zu machen, also ein bisschen Kalkül von mir. Dir frohe und leckere Osterfeiertage!

      Gefällt 4 Personen

      1. Mich stört ein wenig, dass auf den „Sozialkram“ nur zweimal im Jahr zu den Familienfeiertagen aufmerksam gemacht wird. Andererseits: Besser zweimal im Jahr, als nie.
        Für mich ist das aber wie mit den Kirchgängern, die zu Ostern und Weihnachten „ihr Soll“ erfüllen 😉

        Gefällt 4 Personen

  2. Schön geschriebener Artikel, ich kann einigen Punkten (auf Verständnisebene) nicht ganz folgen 🙂
    Weniger schwer zu verstehen, geht es um die Behandlung des Menschen als eine Art Ware. Das Leben liegt nicht in eigenen Händen, Menschen werden ausgenutzt, es gibt Armut – die wenigsten von uns nehmen sich Zeit dafür etwas dagegen zu tun und diesen Blick gilt es zu schärfen.
    Meinst du, dass das Ehrenamt keine andauernde Lösung für dieses Problem ist, sondern vielmehr woanders auf politischer Ebene nach einer Lösung gesucht werden soll?
    Du sprichst außerdem den Freitod an: Ist dieser aus deiner Sicht gerechtfertigt (selbst wenn dieser Hinterbliebende schaden könnte) oder nicht?

    Gefällt 1 Person

    1. Wenn meine Generation der 60er Jahre in ein Alter kommt, wo wir Hilfe benötigen, wo sollen dann aus den geburtenschwachen Jahrgängen die ganzen Ehrenamtlichen herkommen und haben die dann überhaupt noch Zeit und Lust solch ein Amt zu bekleiden, bei dem ganzen Abgabendruck der dann herrscht? Mich stört einfach, dass das Ehrenabend eine kalkulatorische Größe in der politik ist. Was passiert, wenn all die helfenden Hände wegfallen? Chaos und wahrscheinlich wieder eine Wehrpflicht oder Sozialdienst, um diese Aufgaben kostengünstig abzuleisten. Freitod klingt jetzt heroisch, aber im Grunde genommen sollte jeder selbst entscheiden dürfen wann er geht und nicht die Politik. Ich komme da immer mit Artikel 1 des Grundgesetzes in Konflikt, wenn sich über die Würde des Menschen ausgelassen wird und im Alltag davon nichts zu spüren ist. Es ist doch komisch, das über die Freigabe von Drogen in unserem Land nachgedacht wird, aber das ein Mensch im Alter oder bei Krankheit sein Leben beenden möchte wird kriminalisiert und stigmatisiert. Mein Körper gehört mir, so wie der Körper einer Frau ihr gehört und sie nicht als unfreiwillige Wurfmaschine zu Diensten und der Moral des Staates herhalten muss. Wenn die Regierung Konzernen die Erlaubnis erteilt unsere Lebensmittel mit fragwürdigem Dreck zu versetzen, juckt es ja auch niemanden, dass wir daran früher abkratzen. Deshalb mein Gedanke zur Ware Mensch, die ich nicht sein will und die niemand sein sollte, weder durch Alter, Krankheit, Mittellosigkeit usw. Und du kannst mir ganz sicher folgen, aber ein netter Versuch wars trotzdem 😉

      Gefällt 5 Personen

      1. Danke für die Antwort 🙂
        Ich denke, dass du mein Intellekt etwas überschätzt, vor allem in politischen Themen bin ich sehr schwach aufgestellt. Kommt von den Jahren in denen ich nichts von Politik wissen wollte (und die waren wirklich lang).
        Außerdem: Die Fragen, die du mir im Rahmen des Awards von Sunny gestellt hast, sind teilweise nicht zu beantworten. Ich weiß bis heute nicht, wie eine Rede für das Kanzleramt aussehen sollte 😀

        Gefällt 2 Personen

  3. Dein Artikel ist wieder einmal brilliant und umfassend.
    Das, was sich in unserem Land tut, entspricht schon mal nicht dem Art. 1 des Grundgesetzes, dazu sind die Güter zu ungleichmäßig verteilt. Wer in Armut leben muss, dem hat man schon die Würde genommen.

    Ein Ehrenamt ist sicher eine lobenswerte Sache und sollte auch jedem überlassen bleiben, der es aus innerem Antrieb tut. Doch grundsätzlich kann ein Staat sich nicht aus der Verantwortung ziehen, indem er sich auf die Ehrenamtlichen verlässt und andererseits Gelder ungleichmäßig verteilt werden oder sagar bewusst aus dem Fenster geworfen werden (siehe BER, unser Millionengrab…) .

    Organspende ist kein Thema für mich, solange Forschung und deren Missbrauch und Korruption auch in unserem Land an der Tagesordnung sind.
    Über mein Leben und ob und wie lange ich leide, möchte ich auch selbst bestimmen können und hoffe, dass meine Wünsche in der Patientenverfügung auch ggf. respektiert werden.

    Ware Mensch, ja, das gibt es auch in unserem Land. Vieles würde sich mit einer gerechten Sozialpolitik relativieren. Mehr Attraktivität und bessere Arbeitsbedingungen für Berufe „am Menschen“ würde sicher auch junge Leute für diverse Berufe – gerade in der Pädagogik, der Medizin und der Pflege – begeistern.

    Auch wenn ich nicht gerne Vergleiche ziehe, sollten wir trotzdem bedenken, dass es uns noch relativ gut geht.
    Bei uns werden noch keine Kinder zu Soldaten ausgebildet, bei uns prostituieren sich wenige Kinder, um den Unterhalt der Familien zu sichern, bei uns muss kein Kind auf Bildung verzichten, bei uns herrscht kein Krieg, kein Hunger, gibt es keine Naturkatastrophen in solchen Ausmaßen wie in anderen Teilen der Welt.
    NOCH NICHT – aber wir wissen nicht, was kommt und sind alle aufgerufen, das zu verhindern.

    In diesem Sinne,
    gesegnete Ostern!

    Gefällt 5 Personen

    1. Du hast völlig Recht, in unserem Land lässt sich etwas verändern. Dies sieht in anderen Ländern völlig anders aus. Ich könnte jetzt so reden wie ein Politiker und anführen, dass es uns Deutschen noch nie so gut ging, im Durchnitt. Da kommen wir zu deiner Ausführung, dass unser Vermögen sehr ungleich verteilt wird und für einen wirklich armen Menschen spilet es keine Rolle wo er lebt, denn er nimmt nicht an der Gesellschaft teil und bleibt mit sich alleine. Danke für deinen sehr hilfreichen Kommentar und ebenfalls ein wunderbares Osterfest für dich liebe Anna-Lena!

      Gefällt 2 Personen

      1. Ob es uns noch nie so gut ging, bezweifele ich. Materiell mag das für viele zutreffen, aber da ist eben die steigende Armut.
        Was ich noch schlimmer finde, ist die Gleichgültigkeit, der Verlust an Empathie und das Gefühl des Miteinanders und das nach-mir-die-Sindflut-Gehabe. Das wiederum erleben wir auch jeden Tag, mit steigender Tendenz .

        Gefällt 2 Personen

      2. Der Satz stammt nicht von mir mit dem „so gut wie nie“. Das sind Aussagen der CDU/ CSU von letzter Woche, als Beruhigungspille für alle die das nicht glauben können. Ohne Empathie ist man heute leider oft erfolgreicher, angesehener und begehrter, dagegen wird jeder empfindungsfähige Mensch gerne als schwach hingestellt.

        Gefällt 2 Personen

  4. Ein schöner Artikel und passend zur Osterzeit. Ich möchte gerne sagen, dass es möglich ist, an Gott zu glauben UND eigenbestimmt zu leben. Ich finde es einen Irrtum, dass Gott erwarten würde, dass Mensch die Kontrolle über sein Leben abgeben muss, um an ihn, sie zu glauben. Liebe Grüße, Maya und einen schönen Gründonnerstag.

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Maya, ich bin fest überzeugt davon, dass dies möglich ist. Ich schließe Gott aus gar nichts aus, denn wer bin ich schon dieses zu beschließen und mir ging es um die Unabhängigkeit vom Staat. Die Kirche als Thema greife ich erst gar nicht weiter auf, denn da sind die meisten Menschen sowieso einer Meinung. Nur einzig für mich existiert er nicht, aber wer weiß, vielleicht belehrt er/ sie mich eines Tages eines Besseren.

      Gefällt 2 Personen

      1. Eine sehr weise Antwort, lieber Arno. Bezüglich des Staates empfinde ich es ähnlich. Es bleibt im Endeffekt jedem selbst überlassen, in wie weit er seine Persönlichkeit aufgibt oder behält. Raum zum behalten gäbe es immer. Und Regeln sind auch wichtig. Sonst gäbe es Chaos und Leid ohnes Gleichen.

        Gefällt 2 Personen

  5. Da stimme ich uneingeschränkt zu und danke dir für deine wohl überlegten Ausführungen!

    Ergänzend darf ich anmerken, dass mir z. B. bei den Pflegeberufen die gesellschaftliche Anerkennung fehlt, das äußert sich auch in der Bezahlung. Ich kann das alles seit über 20 Jahren bei der Pflegefachkraft in der Familie beobachten. Ständig wechselnde Dienste, unglaubliche Verantwortung (z. B. über 30 Patienten im Nachtdienst), Geringschätzung. Und man glaubt, dass Krankenhäuser nur da sind, Gewinne einzufahren. Das kann gar nicht gehen. Es muss sich jede Menge ändern.

    Dann die Frauen mit Geburten vor 1992, aber auch immer noch die jungen Frauen, die, sofern sie sich für Kinder entscheiden, auf jeden Fall mit einer geringen Rente zu rechnen haben. Vor 1992 waren im Westen Kindertagesstätten, falls überhaupt, dermaßen gering vorhanden. Es blieb einem gar nichts anderes übrig, als zuhause zu bleiben, ev. einen unversicherten Teilzeitjob anzunehmen, und dann später zu Kindergartenzeiten, den unfreundlichen Öffnungszeiten irgendwie gerecht zu werden. Unser Staat schleudert seine Millarden irgendwo aus, wenn es darum geht hier endlich Gerechtigkeit zu schaffen, dann wird abgewunken. Ermüdet. Aber Ehrenamt, das dürfen wir leisten!

    Trotzdem geht es uns hier doch einigermaßen, wenngleich ich überhaupt nicht verstehen kann, dass reiche Großkonzerne mit Stern manchen Mitarbeitern so geringe Löhne bezahlen, dass sie mit Hartz IV aufstocken müssen, um überhaupt über die Runden zu kommen.

    Man könnte noch 1000 Dinge aufführen. Was mich so nervt, dass sind diese Fakten, die du aufgeführt hast.

    Herzlichen Gruß, Brigitte

    Gefällt 4 Personen

  6. Als Japanerin und Buddhistin, die nebenbei noch Shintoismus pflegt und christliche Feiertage gern als Freizeit mit nach Hause nimmt, stehe ich ihnen doch eher distanziert gegenüber. Aber ich bin nun mal in Deutschland aufgewachsen und daher auch mit Ostern & Co. in Berührung gekommen. Was bedeutet Ostern für mich? Nichts. Was bedeuten mir Menschen? Alles. Und schon bin ich mitten in deinem Artikel.

    Ich lese eine gewisse Angst aus deinen Zeilen, die vom politisch-medialen Komplex in Form von haltlosen Prognosen bezüglich demografischer Veränderung geschürt wird. Haltlos deshalb, da das reine Panikmache ist, gezielt geschürte Angst, um noch mehr Geld zu verdienen. War es nicht die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“, die erst mit der Panik um die Überalterung begann?

    Wir könnten auch noch von den Lohnnebenkosten sprechen und dem Ausstieg der Arbeitgeber aus der paritätischen Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung. Soll ich weitermachen? Mit (der Lüge) Fachkräftemangel vielleicht? Unbedingt nötiger Zuwanderung?

    Wir leben in einer Zeit, die ihre Werte verloren und der Wirtschaft untergeordnet hat. Die PolitdarstellerInnen sind nur noch hörige Marionetten des Kapitals oder pflegen ihre persönlichen Animositäten. Ja, der Mensch, außerhalb der Eliten, wird zur Ware und 9 von 10 Mindestlohn Empfängern können nicht von den 8,84 Euro leben.

    Arbeit wird sich in Zukunft verändern müssen, ebenso das politisch-wirtschaftliche System. Länger arbeiten? Das ginge anders, gehört aber nicht en détail in diesen Kommentar.

    Frohe Ostern für dich. Ich gehe mich jetzt „umschauen.“ Es gibt immer viel zu tun. 🙂

    Gefällt 5 Personen

    1. Die Eliten per se haben ja keine Grundschuld, denn das System stimmt nicht und dieses nutzt jeder so wie er kann. Ich habe selber keine Angst vor meiner Zukunft, aber ich wollte es hier und jetzt gesagt haben, damit nicht wieder ein Schlaumeier von der Regierungsbank in 10 Jahren behauptet es sei unvorhersehbar gewesen. Trotz aller Schreckensmeldungen ist der demographische Faktor nicht von der Hand zu weisen, denn die Jahre 61-70 brachte den größten Nachwuchs in der Geschichte Deutschlands und irgendwann sind wir alt und dann sind wir ein Problem. Es wurde hier schon geschrieben, dass die Sozialberufe besser bezahlt und anerkannt werden müssten und zufällig habe ich jemand in der Familie der dies schon fast 20 Jahre macht, weil er gerne Menschen hilft, doch ein gesichertes Altersgeld baut man damit nicht auf. Liebe Mayumi und Yuki viel Spaß beim Umschauen und ein paar tolle Tage, wo immer ihr gerade seid 🙂

      Gefällt 1 Person

  7. Ich danke Dir für diesen es auf den Punkt bringenden realistischen Artikel; ich bin ein absoluter Befürworter für selbstbestimmtes Sterben im Alter und hoffe, dass es da in absehbarer Zukunft auch in Deutschland ein Umdenken gibt und das nicht mehr kriminalisiert wird.
    Für mich spielt im Ostergeschehen der Karfreitag die größte Rolle, nicht weil es Gottes Sohn war, der ans Kreuz geschlagen wurde, für mich war Jesus ein ganz normaler Mensch mit einer wunderbaren Friedensbotschaft und die wurden schon immer ans Kreuz genagelt, weil sich damit kein Geld und keine Kriege führen ließen; er war ein Friedensradikaler und welchen Mißbrauch hat die Religion mit dieser Botschaft betrieben? Mit Gewalt wurde missioniert (ausgebeutet), wenn er noch im Grab gelegen hätte, er hätte sich tausendmal umgedreht.
    Was Menschen, Menschen antun können, das ist die Botschaft des Karfreitags und welches Kreuz viele bis zum Sterben tragen müssen. Ein allmächtiger GottVATER? hat bei all dem zugesehen, er wollte ein Exempel statuieren? Das ist ihm schlecht gelungen. Aber er hatte schon immer eigenartige Prüfungsmethoden, wenn ich an die Opferung Isaaks oder an Hiob denke….doch solche Geschichten sind den Hirnen von Menschen entsprungen.
    Die Geschichten sind als Geschichten sehr lehrreich, auch viele sehr schön ….aber alle sind Fiktion, die wirkliche Wahrheit dahinter wird immer verfälscht dargeboten. Die Menschen brauchen Mythen, Märchen, Musik, die daraus entsteht, ohne sie wäre unser Leben ärmer, sie erklären uns die Welt, aber die christliche und auch andere Relegionen maßten sich an, es als unumstößliche Wahrheit hinzustellen.
    So wie wir heute den Märchen aus den Medien, der Politik ausgesetzt sind und (fast)nie die wirklichen Bewegründe erfahren…..die Welt , nein es sind die Menschen auf ihr, scheint sich nicht zu ändern trotz aller angeblichen Aufgeklärtheit.

    Möge Dein Osterfest trotz aller Nachdenklichkeit gut gelingen und viel Familienfreuden bringen .
    Mit herzlichem Gruß Karin

    Gefällt 5 Personen

  8. … Feiertage sind Tage an den denen ich ich das Leben zelebrieren möchte in den Momenten die stimmig sind… gemeinschaftlich vorgegeben sind sie ein Gruppen treffen des familiären Konfrontationskurses… Arno, ich danke dir für deine Besinnlichkeit.

    Gefällt 1 Person

  9. Ein Pessimist ist ein Optimist, der nachgedacht hat.
    Du hast alles gesagt, gut auf den Punkt.
    Und Ostern feiern wir nur, weil wir frei haben und Ostereier suchen können. 😂 Auf Geldsuche würde ich mich auch gerne begeben, aber nun gut, Schokoeier machen auch glücklich.
    Wünsche dir schöne Tage, Wetter ist nur leider nicht so berauschend.

    Gefällt 1 Person

  10. Lieber Arno,

    ein Artikel ohne jegliche Romantisierungen oder Idealisierungen – und ja, zurecht hast Du mich zu meinem gestrigen Beitrag darauf aufmerksam gemacht, dass heute einige Gedanken hinsichtlich Armut zu lesen sind.
    Ich kann Dir nur in allem zustimmen (was bei Dir keine Seltenheit ist 🙂 ).
    Was ich nicht verstehe, ist Roes Kommentar. Warum ausgerechnet vor den Feiertagen so viele sozialorientierte Artikel kommen? Wenn sie NUR vor Feiertagen kommen, ist es in der Tat befremdlich und für mich auch nicht gerade ernstzunehmen. Gerade bei Prominenten wirken diese „Taten“ recht aufgesetzt und dienen wohl eher der Steigerung von Bekannt- und Beliebtheit.
    Doch wer uns regelmäßig liest, weiß, dass wir auch außerhalb der Feiertage immer wieder daran erinnern, aufmerk- und achtsam durch die Lande zu ziehen und an jene zu denken, die es im Leben noch schlechter als schlecht erwischt haben.
    Für mich gehört es zum Alltag und zu wessen Alltag und Leben es nicht gehört, der sollte es auch einfach lassen. 😉
    Für wen es nicht stimmig ist, der sollte es auch nicht lesen und sein Leben so weiter leben – wenns glücklich macht. DAS ist doch ganz einfach – finde ich zumindest.

    Ich wünsche Dir ein zauberhaftes Osterfest mit Deinen Lieben und danke DIR für Dein Engagement in all jenen Dingen, die uns bewegen.

    Liebe Grüße
    Sylvia

    Gefällt 2 Personen

    1. Guten Morgen liebe Sylvia, vielen Dank an dich, dass du auch die Kommentare liest, was läääääängst nicht selbstverständlich ist. Roe kann auch sehr sarkastisch sein, dies ist mir aber erst später eingefallen. Vielleicht habe ich bei diesem Thema über ihren englischen Humor hinweggelesen oder ihr ist etwas sauer aufgestossen und sie meinte es eher allgemein, als auf mich bezogen. Wie auch immer, wir beide ziehen uns ja nur Schuhe an die passen (wie man so sagt), deshalb war ich nur kurz irritiert und ich lese jede Meinung gleich interessiert und kann über meine Bloggerkollegen nix sagen, da hast du es um Welten schwerer, warum auch immer, da du nie jemanden persönlich angreifst, du aber öfter attackiert wirst. Ich danke dir für deine Freundschaft und wünsche dir und deinen geliebten Menschen ein wundervolles Osterfest ❤

      Gefällt 2 Personen

      1. Guten Morgen, lieber Arno,
        ja, das kann natürlich möglich sein – Sarkasmus liest man nicht immer heraus, wenn er nicht als solcher gekennzeichnet ist.
        Wie auch immer – alles ist gut, solange es besser werden kann. (Ein neuer Spruch von mir, grins.)

        Ich danke Dir auch für Deine Freundschaft und freue mich nun auf Begegnungen mit Freunden und am Sonntag mit meiner Mutti. 🙂

        Hab mit Deinen Lieben eine wunderbare Zeit.

        Herzliche Grüße,
        Sylvia

        Gefällt 2 Personen

  11. Liebender Arno von den mitfühlenden Rosen

    Du bist ja ein begnadeter Menschenfreund im edelsten Sinne
    Das weil ich Dich nicht als „Humanisten“ sehe
    Dein Vater weil so scheu umschrieben wird wohl eher Theologie sprich Religion
    Denn Philosophie unterrichtet haben

    Auch erlaube ich mir Dich als einen wahren ursprünglich vorgelebten „Jünger“
    Des revolutionären Jeshua einzureihen

    Das Ihn die Kirchen des veräüßerlichten Christentums als Ware Devotionale verkaufen
    Ist der tragische Gang der Geschichte des „Wo Licht da ersteht auch ein Schattten“ Spieles

    Wie ehedem das sich dadurch adelnte Rittertum die Armen Schwachen und Frauen zu schützen
    Sich auf Ihre Fahnen schrieb bis Es verfiel

    Das was Du hier betroffen beschreibst ist die schwarze Frucht eines Englischen Ökonomes
    Der verkündetet „Der Egoismus ist der MOTOR der Wirtschaft es gilt diesen anzutreiben“

    Motor der seelenlosen Mechanik entleht und im Rundfunk wagten einige Gesprächspartner die
    Erkenntnis diagnostisch das gerade „Eine Verwirtschaftlichung des Lebens stattfinde“

    Du bist mein ausdauernster und treuester Leser meiner Beiträge
    Somit arbeiten wir am gleichen Thema

    Auch in Deiner Lossagung von allen religiösen theistischen Systemen doch tief gläubig
    An den wahren Wesenskern in Dir mir und allen Mitmenschen

    Wenn dann ist dies die Spiritualität also der Geist der Gegenwart
    Jenes Heiligen heilsamen Augenblickes der gelebt verlebendigt unendlich ewig währt

    Dir Deiner Familie und allen Lesern
    Den inneren Friede aus dem Grab der Angst aufzuerstehen in Liebe
    Dein Joaquim von Herzen

    Gefällt 2 Personen

    1. Ich danke dir sehr lieber Joaquim, doch bin ich nicht halb so gut wie ich gerne wäre und Lichtjahre von deinem Urteil entfernt, aber ich werde nicht aufhören mich zu prüfen, bis ich mindestens der Mensch bin, der ich sein kann. Friedliche und liebevolle Ostertage für dich.

      Gefällt 1 Person

  12. Auch in Nordamerika gibt es Ureinwohner, mit einem bin ich verheiratet. Den First Nations in Kanada wurde die Zivilisation und Religion aufgezwungen und das vor noch gar nicht all zu langer Zeit. Kanada feiert in diesem Jahr das 150jaehrige Bestehen. Heute noch werden durch Indian Affairs Gesetzte fuer First Nations gemacht. Selbstverantwortung ist schwierig umzusetzen, wenn die Regierung alles regelt.
    Mein Mann ist Hurone und hat Jahre lang in der Politik gearbeitet. Das ist nicht nur stressig, es ist auch frustrierend. In der Politik hat man keine Freunde und wird immer wieder von allen Seiten angeschossen. Besonders, wenn Menschen keine Ziele und Visionen haben.
    Allerdings gibt es in Kanada viele Menschen, die Ehrenamtlich arbeiten. Das gibt ein Gefuehl von Gemeinsamkeit.
    Immer, wenn ich in Deutschland bin wird mir die Hoeflichkeit und Hilfsbereitschaft der Kanadier bewusst. In Deutschland bin ich mit meinem Koffer im Zug gefahren und da wurde geschupst und geschoben, ob mit Koffer oder ohne, keinerlei Hilfe beim Aus und Einsteigen. Als ich jemanden gefragt habe, ob er mir mit meinem Koffer helfen koenne, gab es die Antwort: „Nimm doch nur soviel mit, wie du auch tragen kannst!“ Good idea, never thought about it! Ne, ich mach einfach mehr Krafttraining, damit ich meinen Koffer alleine aus dem Zug werfen kann 🙂
    Beim Baecker wird gemeckert, man haette sich vorgedraengelt und ausserdem steht man in der Warteschlange rechts an….????Wer sagt das? Ich bin immer wieder erstaunt, dass es in Deutschland so viele unzufriedene Menschen gibt, die sich fast nur ueber das Meckern definieren. Mittleweile mache ich mir einen Spass daraus und spreche einfach franzoesisch und verstehe mal wieder nix. Humor ist auch eine Eigenschaft, die zu kurz kommt in unserem kurzen Leben.
    Eine Froehliche Woche und let the sunshine in your heart.

    Gefällt 4 Personen

  13. Ein Thema, lieber Arno, mit dem Du genau ins Schwarze triffst! So viele gute Kommentare! Eine Diskussionrunde ist eröffnet! 🤗 Ein Thema, dass zum (Über-)Denken auffordert! Auch mir ist ein selbstbestimmtes Leben sehr wichtig! Ich bin Optimistin genauso wie Realistin bei all meiner Kreativität und ich hoffe sehr, auch im höheren Alter fähig zu sein, mein Leben finanziell selbstbestimmt führen zu können. Altersarmut ist leider auch in unserem Land kein Exot mehr! Und Glück (?), ein großes Wort, dabei benötigt das Glück doch immer nur einen Moment im „Jetzt“. Ein Lächeln, ein schönes Gespräch, ein Geruch an schöne Erinnerungen usw. Bine aus Kanada hätte sich für ein wenig Freundlichkeit schon sehr gefreut! Und Silvia Kling über weniger persönlichen Angriff! Mir wurde kürzlich vermittelt, dass ich zu freundlich, also zu nett sei, dass wäre nicht erwünscht! Ein flottes Abhändeln würde ausreichen! Das stimmt mich traurig und müde!
    Ich würde mir für alle eine finanziell solide Basis wünschen und was darüber hinaus geht, sei vergönnt, das wäre doch für jeden ein so schön beruhigendes Lebensgefühl bis zum letzten Tag! In diesem Sinne,
    liebe Grüße Gaby 🙂
    PS.: Großartiges Zitat von Albert Schweitzer! 🙂

    Gefällt 1 Person

  14. Lieber Arno! Natürlich hast Du den Artikel pragmatisch mit spitzer Feder wie immer gut geschrieben. Was soll ich dazu sagen? Seit einiger Zeit haben sich die Bedingungen in Deutschland ständig verbessert. Das Ding ist, dass wir immer mehr wollen und das geht nun einmal nicht. Deshalb wird es wahrscheinlich so sein, dass auch in unserer Kultur irgendwann wieder schlechter wird. Wo wir, wie wir wissen, ja schon in einer gemäßigten Eiszeit leben 😉 Daran ändert es auch nix, dass ein schönes Leben vielleicht für alle möglich wäre, wenn wir nur aus Gutmenschen bestehen würden. Aber wie Du ja so schön schreibst, schaffen wir dummen Menschen das ganz einfach nicht, weil sich die Meisten um einem Menschen recht gut kümmern: Um sich selbst. Und ich weiß nicht einmal, ob man das jemanden wirklich vorwerfen kann! Alles Liebe, Nessy

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Nessy, ich glaube wir haben den Peak schon überschritten und es geht bergab, ohne das einer vom Schlitten runter will, wie immer sind alle dabei bis die Party auf einen Schlag endet, doch dann sind wir schon lange Wurmfutter 😉

      Gefällt mir

  15. Lieber Arno! Wenn man auf der anderen Seite beobachtet, wie es den Menschen objektiv wirklich geht, war es trotzdem noch nie so gut, wie aktuell! Zumindest in Deutschland! Auf der anderen Seite sehe ich es in meinem Lebensumfeld, dass sich die Anforderungen der Gesellschaft sich immer weiter erhöhen. Alleine schon, wenn man zum Beispiel sieht, welche Anforderungen der Perfektion wir an alles um uns herum stellen! Das kann natürlich nur mit einem Mammut-Aufwand bewältigt werden! Egal ob in der Medizin, der Alten-Pflege oder einfach dem Dienstleistungsgewerbe. Ein Auto muß längst nicht mehr nur fahren, ein Altenheim längst nicht mehr nur dafür sorgen, dass die Alten gut versorgt sind mit Kleidung und Essen! Sogar die Flüchtlingslager müssen in Deutschland sehr vielen, zum Teil nicht realisierbaren Bedingungen standhalten, damit sie als solche verwandt werden dürfen! Das führt unweigerlich dazu, dass gemauschelt wird, wo es geht, weil in der Realität unser Anspruch schlichtweg nicht erfüllbar ist! Wenn wir bereit wären, nur 5 % mehr Unsicherheit und Unbequemlichkeit in Kauf zu nehmen, könnten wir schätzungsweise 40 % unserer Ressourcen einsparen! Das sehe ich als eines unserer Hauptprobleme an! Ein weiteres ist, wie Du ja auch schreibst, dass Leistung weder gewürdigt noch belohnt wird! Aber man könnte ewig weiterlamentieren und das liegt nicht in meiner Absicht! Weil ich trotz den Mißständen sehr dankbar bin für alles, was wir haben und mich über jeden Tag, den ich in Frieden und ohne Hunger zu leiden leben darf, freue! Alles Liebe, Nessy

    Gefällt 1 Person

    1. Eine sehr kluge, weise und wirtschaftliche Antwort, denn ich denke ebenfalls, dass wir in sehr vielen Bereichen ein übertriebenes Sicherheitsbedürfnis haben und in anderen Belangen völlig angstfrei agieren, als ob wir unsterblich wären. Uns fehlt sicher eine gute Balance und jemand wie Du, der Interessen vertreten könnte. Nur, ich würde Dich nie an die Politik verschwenden liebe Nessy 😉

      Gefällt 1 Person

  16. Lieber Arno! Uii, jetzt werde ich aber rot! Das geht mir wieder runter… Dabei hatte ich schon Angst, ein wenig zu heftig geworden zu sein!
    Trotzdem Spaß bei Seite! Eigentlich liegen ja viele Dinge klar auf der Hand. Und ich behaupte das so frank und frei, obwohl ich mich nicht sonderlich bewandert in politischen Dingen fühle, weil sie oft voraussetzt, dass man zweimal um die Ecke denkt, bevor man etwas nachvollziehen kann! Das liegt aber an der Politik selbst, die als einer der wesentlichen Beweggründe den Erhalt an Macht postuliert und eben nicht langfristige Ziele zum Wohle aller. Umso erstaunter bin ich, wenn jemand ernsthaft anders denkt! Wessen Interessen würde ich also vertreten? Meine, die der Politik, oder die der breiten Masse? Kann ich den Menschen verdenken, wenn sie zum Beispiel Erdogan-Anhänger werden, wenn plötzlich Schulen gebaut, Krankenhäuser renoviert und Arbeitsplätze geschaffen werden? Und immerhin sind das ja Taten! Oft sind es, wie wir wissen nur Worte… Dein Lob und Dein Vertrauen ehrt mich wirklich, aber das wär´doch jetzt wirklich eher was für Dich!

    Gefällt 1 Person

    1. Ich denke du würdest die Interessen all jener vertreten, die sich wirklich für ein Thema unvoreingenommen engagieren wollen und nicht durch die Irrungen der Politikkaste schlängeln möchten, nur um zum Schluss wieder nichts zu verstehen. Wie Du schon schriebst, Politik kümmert sich zuerst um sich. Mich würde übrigens niemand aus der Politik haben wollen, weil ich generell ein Nestbeschmutzer bin und auch Köpfe rollen lasse, welche nur unnötig Luft wegatmen und damit hat man keine Chance auf einen Posten.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s