Arbeitsmoral …

Fleißund andere Kleinikeiten kommen in diesem Artikel vor. Puuuuuh, jetzt habe ich meinen ersten Roman gerade fertig überarbeitet und bin bereits beim zweiten Teil. Nachdem ich feststellen musste, dass meine Rechtschreibung erheblich besser geworden ist in den letzten Jahren (ja, dies lag auch an euren Blogs), war ich sehr unzufrieden mit meiner Schreiberei. Zudem entstand Buch 1 bereits vor fast 9 Jahren, als ich einen Sommer alleine im Büro totschlagen musste. Meine liebsten Fehler sind dabei überall Kommas zu verteilen und Adjektive groß zu schreiben, wenn sie mir besonders wichtig sind.

Doch dies ist eigentlich nur ein Hinweis auf meine Faulheit hier bei wp, denn ich fange jeden morgen zuerst mit meinen Büchern an, dann folgt die Arbeit und ganz am Ende kommt Social Media (blöder Begriff). Ich habe mich heute einmal humoristisch über mich, euch und die Deutschen im allgemeinen ausgelassen, denn gruselig war es die letzten Tage genug, und auch wenn es mich in den Fingern gejuckt hat etwas darüber zu schreiben, habe ich mich doch zusammengerissen und meinem Ziel untergeordnet, den Juli mit meinen Büchern zu füllen, bevor meine Auftraggeber wieder aus der Sommerfrische heimkehren 😉 Ich wünsche euch gute Unterhaltung 🙂

Geschrieben für: Buch, Kultur & Lifestyle

Arbeitsmoral

Den Deutschen wird ja gerne einiges an Klischeés nachgesagt. Sie seien pünklich, zuverlässig, fleißig und vieles mehr. Ebenso werden die Japaner gesehen, doch stimmen diese Behauptungen wirklich? Und was könnten die Gründe dafür sein? Sicher ist nur, dass sich solche Vorurteile über lange Zeiträume entwickeln und nur schwer wieder aus den Köpfen anderer Nationen verschwinden. Bei positiven Eigenschaften ist das natürlich kein Problem, nur wenn es mal ans Eingemachte geht, zeigt jeder gerne mit dem Finger auf andere, deshalb fange ich jetzt bei mir an.

PünklichkeitIch war nicht immer ein Workaholic, aber wäre ich jetzt keiner, könnte ich meine Selbstständigkeit kaum überleben, doch bevor ich Manager war, Geschäftsführer und Unternehmensberater (nein, ich habe dem Schäfer nicht gesagt wie viele Schafe er besitzt), war ich mal sehr jung. Um genau zu sein, ich war 17 Jahre, als ich mein Elternhaus verließ, was gleichzeitig bedeutete keine Unterstützung mehr zu bekommen. Da ich vom echten Leben keine Vorstellung hatte (für die jüngeren Leser = null Checkung) begann ich mich durchzuwurschteln. Neben Zeichnungen, mit denen sich gutes Geld verdienen ließ, verdingte ich mich in zahlreichen Jobs, unter anderem in einer Brotfabrik. Es ist kein Spaß mit samtweichen Händchen jeden Tag 30 Tonnen Brot zu bewegen, an Öfen mit 250 Grad zu stehen, bewaffnet mit mehrlagigen Sicherheitshandschuhen, welche dreimal pro Schicht durchbrannten und so war mein Verhalten nicht sonderlich professionell. Ich schluderte wo es nur ging, kam regelmäßig 5 Minuten zu spät zur Arbeit, diskutierte mit dem Abteilungsleiter über jeden Scheiß und flog natürlich raus, als ich mich am Finger verletzte.

Zu diesem Zeitpunkt war mir nur wichtig genug Geld zu haben um eine Wohnung zu bezahlen, etwas zu Essen zu haben und jedes Wochenende unterwegs zu sein und ich meine JEDES Wochenende. Selbst 41 Grad Fieber hielten mich da nicht ab. Krank geht immer noch am Montag 😉 Mit einem Wort, ich war ein „Faulpelz“ und wer Deutsche nach mir beurteilt hätte, wäre schreiend davon gelaufen 😀 Solche Jobs habe ich gleich duzendweise ausprobiert, immer auf der Suche nach Spaß, etwas Geld und vor allem Erfüllung. Die gab es nicht, doch eines habe ich in den Situationen gelernt. Respekt vor den Menschen, die so etwas ihr Leben lang durchhalten, denn dafür bin ich nicht gemacht. Erst als ich lernte nicht jedem zu sagen was ich so dachte, wurde es leichter und die Jobs dauerten länger, natürlich auch, weil ich zwischenzeitlich Vater geworden war und die Anwesenheit meiner Frau den nötigen Druck auf meinen Schweinehund ausübte. Als ich endlich das Büro als mein neues Zuhause entdeckte (ich wollte nie so einen Kasten von innen sehen), fand ich mein berufliches Glück und wurde der Vorzeigearbeiter vor dem Herrn.

Dabei habe ich unglaublich viele verschiedene Menschen und ihre Mentalitäten kennen gelernt und bemerkt, dass ganz andere Kriterien den durchschnittlichen Deutschen zur Arbeit treiben. Pünktlich sind wir (meistens), doch nicht, weil wir Pünktlichkeit lieben (bei anderen schon), sondern weil wir uns einen Vorteil davon erhoffen und mal ganz ehrlich. Sind Sie nicht ein bisschen schadenfroh, wenn Ihr Terminpartner nach Ihnen eintrifft? Ein gutes Gefühl, gelle? 🙂 (es ei denn der Drecksack kommt viel zu spät) Zuverlässig sind wir natürlich ebenfalls, aber nur mit genörgel und grimmen (ja, wir Deutsche sind Weltmeister im jammern, wirklich!), denn nichts möchten wir mehr als alles schleifen zu lassen und so sehen unsere Wochenenden dann auch sehr oft aus. Es wird gerne gebummelt, ob beim aufstehen oder schon dem Frühstück, es sei denn wir haben etwas konkretes vor, dann kann man wieder die Uhr nach uns stellen 😉 Ganz schlimm ist auch die Unterstellung mit dem Fleiß. Der Deutsche ist nicht wirklich fleißig, nicht in dem Sinne wie es die Japaner sind, denn wir wollen nur nicht, dass unsere Kollegen besser dastehen als wir und wenn dieses häufig vorkommt (aus dem Grund musste ich Manager werden), werden wir liebevoll von unseren Kollegen gehasst, denn fleißige Mitarbeiter versauen den Leistungsschnitt und bringen die Chefs nur auf dumme Gedanken, von wegen Mehrarbeit.

Mitarbeiter

Sie sehen, wie schnell die Vorurteile entkräftet werden können, wenn man nur genug Menschen kennen gelernt hat und mit ihnen arbeiten durfte. Natürlich sind das Innenansichten und selten existiert ein Chef, der wirklich etwas von Mitarbeiterführung versteht. Wie auch, der durchschnittliche Boss ist so bereits von der Uni gekommen, mit all dem schönen theoretischen Wissen und absolut null Ahnung wie Menschen funktionieren, die sich nicht ihr halbes Leben auf Holzbänken rumgedrückt haben. Dabei wollen die meisten Arbeiter und Angestellten nur wenig von ihrem Job. Gerechte Bezahlung (und natürlich keine Lügen, warum es dieses Jahr keine Gehaltserhöhung gibt, während draußen die Chefs ihre Nobelkarossen im Schatten parken) und Anerkennung. So einfach ist das. Dann und wirklich nur dann sind die Deutschen gerne pünktlich, zuverlässig und fleißig und ihnen kommt höchstens mal ein kecker Spruch über die Lippen, wenn wieder mehr Arbeit anfällt, als sich eigentlich schaffen lässt.

Nicht jeder will oder kann Chef werden, aber jeder verdient Respekt, sogar der Boss, falls er alles für seine Mitarbeiter getan hat, denn wer kein Einzelkämpfer ist, so wie ich, der benötigt Menschen die nicht schon sonntagmittag darüber nachdenken wie übel der nächste Tag wird. Trotzdem sind wir das produktivste Völkchen der Erde, also kann nicht alles falsch sein was wir machen und an dem Spaß arbeiten wir ja noch, stimmts? 😉

Mein Zitat heute stammt von Oscar Wilde (1854-1900) irischer Lyriker, Dramatiker und Bühnenautor.

„Arbeit erscheint mir nie als Realität, sondern als Mittel, der Realität aus dem Wege zu gehen.“

Es grüßt Sie Ihr zunehmend abschlafender Arno von Rosen (Arbeitsalter 67 – juhuuu), Buchautor, Kolumnist, Blogger, Fotograf und Sklaventreiber, Geissel der eigenen Arbeitswelt und Rekordhalter im Dauermalochen. Wenn Sie in Lohn und Brot stehen gönnen Sie sich mal ein Brötchen und wenn Sie der Cheffe sind, kaufen Sie Ihren Mitarbeitern mal ein Eis (nein, nicht abgepackt, Sie Knauser).

Advertisements

60 Gedanken zu “Arbeitsmoral …

  1. Das war ja fast wie eine Beichte, mein lieber Herr Arno, aber so schön offen, ehrlich, entwaffnend und perfekt für ein Lächeln, um den Tag zu beginnen.
    Wir sind, was wir sind und weder Lobhudeleien noch Kleinmachereien werden uns ändern.

    Herzlichst
    Anna-Lena

    Gefällt 4 Personen

  2. Man kann nur froh sein, dass der während des Backhandwerks verletzte Finger nur zum Rausschmiss und nicht zu dauerhaften Schäden führte und du, lieber Arno, weiter in der Lage bist, so schöne Texte zu verfassen. Okeeee … heutzutage ginge das auch mit weniger als 10 gesunden Finger und diktierend prima. Aber wer weiß, was dann aus dir geworden wäre?

    Einen guten Tag wünsche ich und: Immer schön das Komma-Streudöschen bereithalten! ,,,,,,, 😉

    Gefällt 2 Personen

    1. HiHiHi, ja, ich halte die Streudöschen vornehm zurück, aber tatsächlich ist der Finger heute einer der beanspruchtesten Schreibkräfte und damit unersetzlich 😉 Egal wie es dazu gekommen ist, heute bin ich über mein Dasein glücklich liebe Antje. Dir einen wunderbaren Tag 🙂

      Gefällt 1 Person

      1. Im Laufe unseres Lebens verändern wir uns ja doch immer weiter. 😉 Frag mich mal lieber nicht, wie es bei mir während und nach des Abiturs zuging. Dann gehöre ich auch noch zu denen, die im 2. Studienjahr eines doch recht „roten“ Studienganges mitten in die Wende gerieten. Aber um noch mal aufs ,-Streudöschen zu kommen: Mit einem Kind in der 7. Klasse des Gymnasiums G8 habe ich das Gefühl, sie wären besser beraten, den Kindern ein solches Döschen zu schenken. Meine Güte! 😫😫😫 Diese schöne deutsche Sprache wird zu Grunde gehen. So viel ist sicher. Komm, wir versuchen zu retten, was schon fast nicht mehr zu retten ist!

        Gefällt 1 Person

      2. *lach*, ja Antje, bald ist mein Streudöschen randvoll 😀 Aus heutiger Sicht würde ich sagen, dass ich erst so mit 23/ 24 die Kurve bekommen habe und das wird bei vielen Jungs so sein. Mädchen sind da einfach weiter, aber so lange man sich überhaupt weiter entwickelt, ist alles gut 🙂

        Gefällt mir

      1. Deine Einblicke in die deutsche Mentalität sind spannend 🙂
        Wie du schreibst, Deutschland hat eine boomende Wirtschaft allerdings auf Kosten vieler EU-Partner und – so scheint mir – auch auf Kosten der eigenen Bevölkerung. Harz IV zum Beispiel ist schon eine heftige Sache, wenn Menschen mit guter Ausbildung , kompetent und erfahren jeden x-beliebigen noch so miserablen Job annehmen müssen.

        Gefällt 3 Personen

  3. Lieber Arno, Zeit einteilen ist etwas das ich genausowenig lernen werde wie die Rechtschreibung von dass/das oder seit/seid. Meinen Mund kann ich auch nicht halten, aber ich ärgere mich nicht mehr darüber.
    Sehr gut kann ich dich also verstehen.
    Einen heiteren Tag wünsche ich dir

    Gefällt 3 Personen

    1. Dankeschön und guten Morgen liebe Arabella 🙂 Wie du siehst, widerlege ich mich hier geradeselbst, obwohl ich schon gearbeitet habe und dorthin zurückkehren muss, aber so ist dass, wenn sich Pläne kurzfristig ändern 😀 Hier regnet es fein und darüber freue ich mich 😉 Dir einen zauberhaften Tag 🙂

      Gefällt 3 Personen

  4. Guten Morgen, lieber Arno, feine Kolumne. Danke, Du hast mich mit ihr heute schon zum Lachen gebracht. Ja, Workaholicer werden Selbstständige mit der Zeit fast alle, aber die Anfangsjahre, herrje… Ich lernte Schrift- und Grafikmaler und weil ich das Leben auch jeden Tag, besser jede Nacht, so auskostete, bin ich morgens mit nem Zollstock bewaffnet erst einmal durch die Malerei gepirscht (sich zeigen) und dann in der Badewanne (ohne Wasser) in den Umkleideräumen verschwunden – ausschlafen. Deswegen wurde ich nicht gefeuert. Sondern wegen eines roten Farbtopfes, den ich wegen bösartiger Kritik meines Lehrmeisters an eine fertige Messefläche warf. Ich musste „nachsitzen“ und den Schaden beheben. Erst nach Mitternacht betrat ich meinen Stamm-Jugendklub und wurde vom „Schallplattenaufleger“ (so hieß der bei uns offiziell) getröstet. Im Ergebnis dessen bekam ich neun Monate einen prachtvollen Sohn… pünktlich …:) Hab einen schönen Tag!

    Gefällt 2 Personen

  5. Das alles habe ich gerne gelsen und mich in dem einen und anderen auch wiedergefunden. Disziplin habe auch ich erst gelernt, als ich endlich einen Job hatte, hinter dem ich 100%ig stehen konnte, zudem es ein Kollektiv war und kein Chef weit und breit, mit denen habe ich immer gerne gehadert.
    herzliche Grüße und Dank
    Ulli

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Ulli, ich bin sehr froh, dass du und ein paar andere hier, ebenfalls nicht mit der Erfolgskelle großgeworden sind. Manchmal macht das Leben in unserem Alter den Eindruck, wir hätten es schon immer drauf gehabt, aber zumindest für meinen Teil kann ich behaupten, es war eine wirklich harte Schule, bis an diesen Punkt zu kommen! Beste Grüße zu dir ❤

      Gefällt 1 Person

  6. Lieber Arno, wunderbar zu lesen und schmunzeln. Seit 30 Jahren lebe ich in der Schweiz und bezüglich Fleiss, Pünktlichkeit und Disziplin wird hier dem ganzen eine Krone aufgesetzt. Hier sind sogar die Handwerker pünktlich. Gejammert wird auch sehr gerne und Humor – na ja –
    Deshalb sag ich oft und gerne: „Des Menschen Wille ist sein Himmelreich“

    Gefällt 3 Personen

    1. so, jetzt habe ich alles gelesen. 🙂 es gibt also einen weiteren roten punkt. 🙂 du schreibst einen roman? super! wußte ich noch gar nicht. ich drücke die daumen fürs produktive arbeiten! (steht bei mir auch noch auf der todo-liste). was die kommasetzung angeht … das von antje erwähnte streudöschen ist ein sehr schönes bild, lach. 🙂

      Gefällt 1 Person

      1. Rote Punkte? Klingt ja spannend. Die Romane sind allerdings schon geschrieben, jetzt folgt Überarbeitung und Feinschliff, schließlich soll sich niemand beim lesen langweilen oder an Fehlern aufhalten 😀 Ich wünsche dir für heute ein Streudöschen Sonne 🙂

        Gefällt 1 Person

      2. Mit dem roten Punkt meine ich die wp-Anzeige, dass es eine Antwort gab. 🙂 Ich drücke die Daumen für die Überarbeitung der Romane. Meine sind auch geschrieben und warten auf dasselbe. 🙂 (Werde mir demnächst einen davon auch vorknöpfen). Danke fürs Streudöschen Sonne. Hier scheint sie schon, sporadisch zumindest (streudosensonne), schicke Dir auch ein paar schicke Strahlen davon rüber! 🙂 Liebe Grüße!

        Gefällt 1 Person

      3. Ach ja, der rote Punkt, hihi. Hatte ich schon wieder verdrängt, aber noch leuchtet da nix. Alle meine Bücher in der Reihenfolge wie ich sie geschrieben habe: Thriller, Thriller, Science Fiction Kurzgeschichten,Thriller (im Herbst 2017), Kochbuch (Datum noch offen). Mal sehen was geht, auf der Buchmesse Frankfurt 😉

        Gefällt 1 Person

      4. Hatte mich schon gewundert, dass Du mit dem roten Punkt nichts verbinden konntest *lach* 🙂 So viele Bücher hast Du in so vielen Genres auch. Toll! Nach wie vor freue ich mich aufs Kochbuch. (Sag das mal Deinem Verleger 🙂 ). Liebe Grüße!

        Gefällt 1 Person

  7. Grins, bei so Einigem habe ich mich wiedererkannt auch wenn meine berufliche Karriere relativ langweilig war. Ich mache noch heute das, was ich gelernt habe aber eben selbst und stândig 😉
    Zu spät gekommen bin ich nur ein einziges Mal, bzw. bin ich da gar nicht erst losgefahren. 😳 Während der Lehrzeit musste ich jeden 2. Samstag arbeiten, war aber natürlich jeden Freitag feiern und einmal hatte ich wohl den Wecker überhört. Das Telefon hat mich dann geweckt, etwa 2 Stunden nach Arbeitsbeginn. Meine Chefin war dran und nicht gerade begeistert, hat es mir aber dieses eine Mal durchgehen lassen.
    Heute hasse ich Unpünktlichkeit und bin meist zu früh da.
    Danke für die unterhaltsamen Einsichten 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Mädels sind immer pünklicher als Jungs und das mit dem Samstagmorgen gleich arbeiten gehen, kommt mir sehr bekannt vor, hihi 🙂 Wer Selbstständig ist und nicht regelmäßig auf dem Zahnfleisch geht, macht etwas falsch 😉 Danke dir fürs Lesen 🙂

      Gefällt 1 Person

  8. Das ist ja beinahe „kaum unglaublich“: 😉
    teilweise hatte ich beim Lesen das Gefühl, dieser Text ist von jemandem verfasst worden, der mich sehr gut kennt und mich, mein gelebtes Arbeitsleben und meine Einstellung dazu präzise beschreibt. Auch ich habe, bevor ich mich selbständig machte, allerlei Jobs gemacht und Chefs erlebt und erlitte,, die von Mitarbeiterführung nichts verstanden.Dann aber, als eigener Chef war ich überwiegende sehr gut zu mir selbst, nicht ohne auch meine Mitarbeiterinnen gut zu behandeln, weil sie mir den Rücken für meinen – für andere unsichtbaren – Müßiggang freihielten. Auch kenne ich „den nötigen Druck auf meinen Schweinehund durch Anwesenheit meiner Frau“…, aber auch das Büro als mein neues Zuhause, das mir auch Freiheiten erlaubte, die ich nun, seit Jahresbeginn als permanent unter Beobachtung stehender Rentner ab und zu vermisse.
    Ich war nicht faul, aber ich hatte niemals den Drang, als Held der Arbeit gefeiert zu werden. Die den Deutschen nachgesagten Tugenden(?) „Ordnung, Gehorsam, Disziplin – zack zack“ sind mir fremd geblieben. Wenn´s einmal schwer wurde, half mir immer noch mein Humor, auch wenn die Zielerwartungserfüller um mich herum den Kopf schüttelten. Dann erst recht.
    Toller Text, wirklich. Er wäre es wer, ausgeschnitten und eingerahmt zu werden.
    Beste Grüße!
    Lo

    Gefällt 1 Person

    1. Lieber Lo, herzlichen Glückwunsch zum staatlich verordneten Müßiggang, doch leider haben Rentner oft sehr wenig Zeit. Warum werde ich wohl erst erfahren, wenn es bei mir irgendwann einmal so ist 😀 Ich danke dir für deinen Kommentar und das große Lob. Sei herzlich willkommen!

      Gefällt 1 Person

    1. Liebste Blumenfee, da wäre ich wirklich sehr gespannt, wie das aussehen mag 😀 Ich werde auf jeden Fall alle Korrekturen zählen, mich anschließend irrsinnig schämen und dann das Ergebnis verkünden, hehe 😉 Hab eine kuschelige Nacht, denn es wird gerade saukalt 🙂

      Gefällt 1 Person

  9. Saukalt ist es jetzt gerade…irgendetwas stimmt nicht 😉
    Ich habe meine eigene Rechtschreibung übrigens, bin überzeugt, daß sie ganz ansehnlich ist.
    Manche Artikel von mir schreibe ich zig mal um, weil mir sprachlich was aufstöst…das ist doch schon mal was!

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, Gerhard, ich kenne keinen Schreiberling, der immer mit seinen Texten zufrieden ist. Es könnte immer noch besser sein, spätestens nach ein paar Jahren fragt man sich, wie um alles in der Welt so ein Text zustande gekommen ist 😀 Die Kälte soll nächste Woche wieder vorbei sein, dann gleich wieder mit Höchsttemperaturen, was sonst 😉

      Gefällt 1 Person

  10. Lieber Arno,
    dein schöner Artikel über das Leben und die Arbeit lässt mich über wieder einmal meine Laufbahn nachdenken. Nach langer Zeit der Überlegung bin ich zu einer Erkenntnis gekommen. Ich möchte Menschen helfen, das ist mein primäres Ziel. In der Revision meiner vergangenen Taten ist das zu kurz gekommen.
    Aus diesem Grund gewähre ich nun jedem 5% Rabatt auf alle Sorten von paranormalen Diensten, wie Geisterbeschwörungen, Exorzismen und Tarotkartenlegen und zwar mit diesem Gutschein-Code: FREUDENTRÄNEN
    Witz beiseite: Hauptsache ich bin besser als meine alten Schulkameraden 😉

    Liebe Grüße, Jim

    Gefällt 1 Person

  11. Herrlich geschrieben, lieber Arno.

    Du hast Romane geschrieben? Magst du was über den Inhalt verraten? Deine Texte erfreuen mich immer, da bekommt man Lust auf die Romane 🙂

    Tjajaaaaa….die Deutschen und ihr Fleiss und ihre Pünktlichkeit….lach…
    Ich bin mit 16 zuhause ausgezogen, um eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester zu beginnen. Wurde also gleich ins kalte Arbeitsleben samt Schichtdienst geworfen….und ich lernte, dass Lehrjahre keine Herrenjahre sind….

    Und ich war sooooo fleissig, dass ich nicht 100% gab, sondern erst mit 200% gerade mal halb zufrieden war, was mich dann aber nach 20 Jahren durch einen kompletten Burn-out für Jahre auf die Bretter schickte….

    Und ich kann dir nur zustimmen, ich denke, dass ALLE Menschen, sofern sie nicht krank sind, physisch oder psychisch, gerne arbeiten WENN denn Lohn stimmt, Arbeitsbedingungen stimmen, eine gewisse Wertschätzung seitens des Chefs und der Kollegen vorhanden ist.

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Ilanah, schade, dass du diese Erfahrung machen musstest, aber unsere Zeit ist unerbittlich, dabei haben die Menschen früher mehr und härter gearbeitet, standen aber nicht unter gesellschaftlichem Druck. Sobald ich alle Bücher bearbeitet habe, werde ich natürlich etwas darüber schreiben (kommt nur selten vor) und bis dahin gilt – nicht kaufen, sondern warten 😀 Dir ein schönes Wochenende 🙂

      Gefällt mir

  12. Gute Methode erst einmal sich selbst zu befragen und so schön ehrlich zu antworten. Kompliment!

    Ehrlich, mir war es allerdings egal, ob die Kollegen zu spät kamen oder nicht. Ich konnte ja auch warten und dann – gab es was auf die Nuss! Zudem, auch einem Chef gebührt Respekt – es gibt da doch tatsächlich viele Neider -, denn ein Chef muss die ganze Verantwortung tragen. Einen guten Chef hatte ich nicht immer, aber – zum Schluss 20 Jahre lang doch einen sehr freundlichen und die Mitarbeiter respektierenden. Dieser war entweder sehr klug, oder? Denn er sagte immer, ohne seine Mitarbeiter wäre er gar nichts und könnte einpacken. Wie wahr! Wir schätzen uns noch immer.

    Doch mittlerweile mache ich, was ich so will. Diesen Punkt erreicht man ja auch erst als „normaler“ Mensch mit dem Eintritt in die Rente.

    Herzlichen Gruß, Brigitte

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Brigitte, ich freue mich, dass wenigstens die letzten 20 Jahre gut gelaufen sind, denn Arbeit alleine ist schon schwer genug, da braucht es keine Spirenzchen nebenher 😉 Beste Grüße aus Marburg 🙂

      Gefällt mir

  13. Hallo Arno, nachdem sich schon viele Bloggerkollegen zum Thema Arbeitsmoral geäußert haben, möchte ich Dich weiter motivieren weiter das Momentum zu halten. Denn nur wenn man aktiv ist, hat Glück und Erfolg eine Chance war zu werden. Geduld und stetiger Fleiß wird früher oder später zum Ziel führen. Ohne Aktivitäten kann das nicht passieren. Viele Grüße vom Herd, Paul

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Paul, meine größte Sorge in meiner Jugend war, ewig arbeiten zu müssen. Da hatte ich noch gar keine Vorstellung davon, was ich überhaupt 40 Jahre lang treiben sollte. Jetzt ist mein Problem eher, nicht aufhören zu können und das Gefühl zu haben, nicht mehr alle Ideen in mein verbleibendes Leben pressen zu können. Das Momentum wird also hoch bleiben, fürchte ich 😉 Dir einen fabelhaften Sonntag 🙂

      Gefällt mir

  14. Ich sehe mich ja persönlich als Weltmensch und habe Freunde aus unterschiedlichen Kulturen, am meisten hat mich wohl die afrikanische Kultur beeinflusst. Ich bin viel gechillter geworden 😉 Eine Wohltat wenn ich das deutsche Gejammer mal wieder nicht ertragen kann 😀

    Gefällt 1 Person

    1. Es mutet manchmal surreal an, wenn man Menschen, wie zum Beispiel in Afrika, mit viel weniger Habseligkeiten dauernd Lachen sieht und wir hier schon am Wetter scheitern. Danke für deinen guten Kommentar Michi!

      Gefällt mir

  15. Lieber Arno! Was hat sich den da wieder verselbstständigt? So ein Schmarrn! Der ursprüngliche Kommentar war viel länger und fröhlicher! Ich wollte nur anmerken, dass die Sache mit dem Führen eigentlich ja gar nicht so schwer ist, den es gibt im groben ja zwei Arten von Mitarbeitern – wenn wir einmal wieder durch etwas ,,Schubladenpsychologie“ vereinfachen – die, die klare Anweisungen mögen, die sie nicht überfordern, dann auch gerne ein Eis dafür nicht abschlagen, oder die, die gerne selbst denken und denen man Freiheiten geben muß, selbst zu strukturieren und die dann das Gefüh brauchen, ,,die Firma läuft praktisch nicht ohne mich“… Man hat sein Ziel als ,,Cheffe “ erreicht, wenn die Mitarbeiter wissen, dass es ihnen gut geht, wenn es dem Unternehmen gut geht und sich deshalb dafür einsetzen… Aber das nur als Anmerkung… Natürlich können ja wirklich blöde Situationen auftreten, bei denen das nicht so einfach ist, insofern hast Du natürlich (wie ,,fast“ immer) Recht und Dein Artikel war sehr gut zu lesen,… Ein wunderschönes Wochenende, Nessy

    http://www.salutarystyle.com

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s