Wenn Kinder aufstehen

Mal Hand aufs Herz. Wer findet die Aktion von Greta Tintin Eleonora Ernman Thunberg nicht klasse? Alleine um ihre Wikipedia Einträge zu erreichen müssen andere ein Leben lang Großes leisten, und dieses zierliche, mit Asperger-Syndrom diagnostizierte, schwedische Mädchen hat dieses schon mit gerade einmal 16 Jahren erreicht. Dazu die „Goldene Kamera“ aus Deutschland und den Vorschlag für einen Friedens-Nobel-Preis! Darüber sollten wir uns alle freuen, gerade weil wir uns doch alle Kinder wünschen, die selber denken und über den Tellerrand hinausschauen. Eigentlich wollte Greta nur die Schwedische Regierung dazu veranlassen, den Pariser Klimazielen treu zu bleiben und diese zu erfüllen. Mehr sollte es nicht werden! Doch jetzt redet sie vor den Vereinten Nationen, dem Wirtschaftsgipfel in Davos, wird vom Bundespräsidenten begleitet und von Frau Merkel für ihr Engagement gelobt, oder wie ein Deutscher Demo-Schüler in einer Talkshow sagte, „Sie lobt Greta dafür, dass sie die Politik von Merkel Scheiße findet!“ Mir ist da auf allem viel zu viel Zuckerguss, und ich beginne zu hinterfragen.

Kinder sind ja das Wichtigste überhaupt! Das weiß doch jeder, und so habe ich es schon als Kind in den 70ern zu hören bekommen. Nicht, dass sich dies jemals in irgendetwas niedergeschlagen hätte, denn ich war ebenfalls ein Revoluzer, in fast jeder Hinsicht. Ich wechselte selbstständig die Schule und verbrachte große Teile der 10 Klasse auf einer Privatschule, welche eigentlich Geld kostet, als Austauschschüler, den ein Freund mit zum Unterricht brachte. Weder meine eigentliche Schule noch das Gymnasium hinterfragten diesen Umstand, und weil ich so ein launiges Kerlchen war, gab es trotzdem die Versetzung in die nächste Klasse. Meine Eltern und meine Schule wußten nichts davon und eine Krankmeldung wollte auch niemand sehen, genausowenig wie meine Eltern, die unbeliebte Querulanten waren (und sind). Ob das heute noch ginge? Keine Ahnung, aber im Zeitalter der Medien Unterhaltungswelt kann niemand einfach so jeden Freitag vor dem eigenen Parlament sitzen und einfach mit einem Schild gegen oder für etwas sein, ohne dass es vermarktet werden kann. So ist es ebenfalls im Fall „Greta Thunberg“!

Inzwischen wird das Schwedengirl gehypt wie ein Popstar und selbst so politische Wendehälse und Dumpfbacken wie Christian Lindner (FDP – lieber gar keine Politik machen, als die falsche) oder Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) verlangen von der Öffentlichkeit, die Kinder lieber zur Schule zu schicken und alles den Profis zu überlassen (Profi = Experte, welcher Geld für seine Leistung verlangen kann). Auf Gelehrte wie Prof. Dr. Mojib Latif hört natürlich niemand, dafür um so mehr auf die millionenteuren Experten, die sich nach 30 Jahren Gipfeltreffen darauf einigen konnten, dass der Mensch das Klima beeinflußt. Und inzwischen hören sich alle Politiker irgendwelche Schüler an, nur um aufgeschlossen und interessiert zu wirken. Natürlich ebenfalls, weil die Nebenjob Klientel gar nicht über neue umweltpolitische Ziele erfreut ist, denn diese Klientel kommt gerne aus der Automobil- und Energiewirtschaft, und die haben es bekanntlich ja nicht so dolle mit Klimaschutz. Da erscheint einem so eine Verleihungstortour fast wie der Beginn, sich zukünftiges Schweigen erkaufen zu wollen. Wer viel zu Ehrungen und Auszeichnungen geladen wird, hat keine Zeit mehr Demos zu unterstützen, und ach ja, ein bisschen Schule müsste Greta auch noch machen, immerhin ist sie erst 16 und es ist die Frage wie lange sie diese Tortour durchhalten wird. Und hier?

In Deutschland vermutet man schon, dass die aktuelle Generation völlig verblödet die Schule beenden könnte, weil Freitags (nicht mal jeden Freitag) demonstriert wird (Für alles Wissen, welches ich in der Schule vermittelt bekam, hätten zwei Tage die Woche gereicht). Wenn überhaupt, geschehe dies aus Faulheit, Dummheit, Ignoranz oder purer Böswilligkeit, um den schulischen Landesämtern unserer Republik eins auszuwischen, weil es doch die Unterrichtsgarantie gäbe. Eine Garantie, welche dauernd ausgehebelt wird, weil zwischenzeitlich Lehrer fehlen, aber dies ist ein anderes Thema. Dümmer kommt sicher niemand aus der Schule, nur weil Freitags demonstriert wurde. Doch die Generation könnte merken, dass sich Protest lohnt, dass es Ziele gibt, welche man in der Gemeinschaft erreichen kann, dass man mediale Aufmerksamkeit auch für Gutes nutzen kann, wenigstens so lange diese andauert, bevor Ferien kommen oder sich jemand etwas ausdenkt, um diese Sache zu beenden.

Fakt ist, dass sich noch überhaupt nichts verändert hat, politisch gesehen. Allerdings setzen diese Kids, die so gerne vom Esteblishment verurteilt werden, ihre Eltern unter Druck, nicht mehr in den Urlaub zu fliegen (sondern in Deutschland Urlaub zu machen), mehr auf die gekauften Lebensmittel zu achten, mal ein kleineres Fahrzeug zu kaufen und nicht jeden Konsumterror mitzumachen, als ob es strafbar wäre, nicht sein ganzes Geld für Mist auszugeben. Vielleicht ist diese Generation, die von 10 jährigen beginnt (mit denen ich mich vor den Demos unterhalten habe) und inzwischen bei Eltern und einigen klugen Lehrer/innen angekommen ist, doch der Gratmesser für ein besseres Umweltbewußtsein. Noch ist diesen Kindern nicht klar, auf was sie alles in Zukunft verzichten müssten, um wirklich die Waage der Natur wieder auf neutral zu stellen (mindestens). Da fliegen Nuss-Nougat-Cremes und die meisten Süßigkeiten aus dem Programm, weil fast überall Palmöl drin ist (selbst in Bioprodukten), genau wie bei vielen Kosmetika, da wird das erste eigene Auto nicht zum Freiheitsdenkmal sondern zum Klimakiller und die extrem coolen Klamotten dürften nicht mehr aus Bangladesch kommen, sondern aus Deutschland (au weia), nicht zu vergessen, sich nicht immer das neueste Smartphone zu kaufen. Und das ist nur die Spitze des abschmelzenden Eisberges!

Mir gehen die Demos noch nicht weit genug, und es machen noch zu wenige Entscheider und Wissenschaftler (ernsthaft) mit, aber mit der Instrumentalisierung der Bewegung mit und um Greta Thunberg muss bald Schluss sein, bevor auch wir alten Sesselhocker die Lust verlieren rauszugehen und für unsere Sünden gerade zu stehen. Ich weiß, dass es von 100 Leser/innen nur wieder 1-2 Prozent betrifft, eventuell in ihrem Leben umwelttechnische Sünden begangen zu haben, aber ich zumindest bin ein Sünder und versuche seit 10 Jahren alle Schrauben wieder einzudrehen, welche ich in der Leichtigkeit meiner Jugend stets vernachlässigt hatte.

Übrigens leben wir gerade in einer optimalen Warmphase seit Mitte des 19. Jahrhunderts (sonst gäbe es keinen so umfangreichen Weinanbau in Deutschland), während wir davor ab dem 14. Jahrhundert eine kleine Eiszeit hatten, mit Sturmfluten, kalten Wintern usw. Alle 400.000 Jahre gibt es eine obligatorische Eiszeit, aber bis zur nächsten haben wir noch 380.000 Jahre Zeit, während eine kleine Eiszeit nur etwa 6000 Jahre entfernt ist (wo Nordeuropa komplett unter Eis verborgen war). Dies alles hat mit der eliptischen Bahn der Erde um die Sonne zu tun und nicht mit einer speziellen Klimaerwärmung durch uns Menschen. Diese, sowie Sonnenfleckentätigkeit und Sonnenzyklen vertsärken diese Phänomene nur zusatzlich, und da sind Vulkanausbrüche nicht mal einbezogen. Trotzdem reichen unsere Resourcen nicht für unseren Drang zu kaufen, nicht bei Mobiltelefonen, nicht bei technischem Home-Equipment und schon gar nicht für mehr als ein Fahrzeug für das ganze Leben, mal ganz abgesehen von den vielen Lebensmitteln, welche heute der reinste Chemiebaukasten sind, und sicher nicht zur gesunden Ernährung beitragen, Fleischkonsum hin oder her. Jeder von uns kann ein bisschen wie Greta sein, wir müssen es nur wollen und die absolute Bequemlichkeit loslassen.

Screenshot-2018-2-26 Arno von Rosen
Kinder gegen Massentierhaltung
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61 Gedanken zu “Wenn Kinder aufstehen

  1. In jeder Hinsicht gebe ich dir Recht lieber Arno.

    Heute Morgen hörte ich im Radio, diese Demo’s seien erfolgreich gewesen, weil irgendwelche Politiker die Kinder eingeladen hätten…für mich ist das heiße Luft pur…

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  2. Das ist ein sehr differenzierter, weil durchaus auch kritischer Artikel zum Thema Fridays for Future, den ich mit großem Interesse und sehr viel Zustimmung grade gründlich gelesen habe. Vielen Dank dafür, lieber Arno.

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    1. Sicher ist es mittelfristig ein Risiko jeden Freitag zu demonstrieren, ohne den Zorn der Schulbehörden auf sich zu ziehen, doch ich sehe dies als zivilen Ungehorsam, und es geht ja nicht um weniger, als die Zukunft von allen Menschen. Die Schüler sind eben noch nicht vom Geld korumpiert und was früher die Studenten waren, machen eben heute die jüngeren Schüler. Auch in Brockdorf gab es zivilen Ungehorsam und immerhin haben wir jetzt ein Zieldatum für den Atomausstieg, auch wenn uns der Müll davon ewig erhalten bleiben wird. Alle anderen Maßnahmen im Bericht wären ebenfalls gut, nur handln meistens immer noch Kinder und die benötigen ihre Eltern, um reginal überall Unruhe zu stiften. Wir werden sehen, ob sich die ganze Aktion noch nach den Ferien weiter beibehalten lässt oder sich im Sand verläuft …

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      1. Meine Enkel haben ständig Ausfallstunden wegen erkrankter Lehrer, da waren die vier Fehlstunden wegen der einen Demo in Greifswald vielleicht willkommen. Ich war jedenfalls froh darüber, dass die 16 Jährige zur Demo wollte und die 19jährige Mamas Bus vollgeladen und alle kutschiert hat!

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  3. Ein streitiges THEMA …
    AUFWAND und NUTZEN in ihrer Verhältnismäßigkeit werden sich später erweisen …
    *
    M a c h t v o l l e AUFSTÄNDE der KINDER für eine bessere BILDUNG :

    engagierte LEHER
    weniger UNTERRICHTSAUSFALL
    modern ausgestattete und ausgerüstete SCHULEN
    HARMONIE zwischen Schule und ELTERNHAUS u. a. m. –

    das aber ist nicht so jedermann DING, da ist man sich nicht so einig … !

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  4. Der Hype um Greta Thunberg ist Firlefanz. Die soziale Dummheit der Politiker liess es zu, dass sich daraus ein mächtiger Marketingeffekt entwickeln konnte. Der Nutzen: Kinder sagen mit ihren Demos, dass hochbezahlte Politiker einen miserablen Job machen. Die spüren das. Und sie reagieren entweder mit schamlosem Trittbrettfahren oder mit dümmlicher Kritik.

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  5. Ich habe auch schon einige Zeit den Verdacht, dass Greta da instrumentalisiert wird und als willkommener Marketingaufhänger benutzt wird. Ernsthaftes Interesse der Politik etwas ändern zu wollen, sehe ich auch nicht. Mir tun die Kinder ehrlich gesagt leid, dass sie mit einem zukünftigen Klima klarkommen müssen, dass ihre Eltern, Großeltern und Urgroßeltern verursacht haben.

    Manchmal habe ich den Eindruck: Naja, was kümmert mich das Leid von anderen. Hauptsache ich hab jetzt Spaß und wenn es soweit ist, liege ich schon unter der Erde.

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    1. Bei vielen Menschen wird dies auch so sein, um so wichtiger sind diese Aktionen, nur muss jetzt darauf geachtet werden die Schmarozer aus dem Protest zu entfernen und das sind nunmal die Politiker die lange reden und nie etwas tun, weil die Lobby dagegen ist!

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      1. Ja, Recht hast du. Kriegen würde man sie nur, wenn genügend Menschen einsehen würden, dass sie ihr Konsumverhalten ändern müssen. Eine fast unlösbare Aufgabe, wie ich finde. Da geht es um Besitzstand, Prestige und was weiß ich nicht noch.

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  6. Bonjour lieber Arno,

    wie Recht Du hast und ich freue mich, hier bei Dir einen Beitrag über Greta zu lesen, großartig!
    Ja, leider ist die Realität so, dass wir Erwachsenen dieses bedrohliche Thema verdrängen und auf die Politiker ist schon gar nicht zu zählen. Entweder es sind reine Stimmenmaximierer oder sie leugnen den Zusammenhang der Erderwärmung, die Klimaveränderung aufgrund unseres extensiven Verhaltens ganz und gar.

    Dass Greta inzwischen instrumentalisiert wird, ist unglaublich, ein absolutes «NO GO» und ich frage mich, WANN WIR ERWACHSENE endlich aufwachen?!

    …. WENN KINDER AUFSTEHEN…
    In diesem Zusammenhang möchte ich den Klimaaktivist Felix Finkbeiner erwähnen, der mit seiner Kinder- und Jugendinitiative Plant-for-the-Planet zu eine riesige Baumpflanz-Kampagne initiiert hat!

    Weswegen sind wir Erwachsenen nicht in der Lage, derartige Kampagnen zu starten, die endlich wahrgenommen werden?

    Cordialement, bT!NA

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    1. Felix Finkbeiner kenne ich natürlich ebenfalls, und hinter der Aktion von Greta stehen ebenfalls Menschen mit finanziellen und machtpolitischen Interessen. Es wird Zeit den Stab weiter zu geben, damit Great nicht zum Opfer dieser Kampagne wird! Ganz liebe Grüße zu dir!

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    1. Ich habe deinen Artikel aufmerksam gelesen und ebenfalls, dass du davon ausgehst, dass die meisten Demonstranten hinter der Sache stehen, also ist es eine gute Sache, nur nicht (mehr) für Greta, und da bin ich ganz bei dir!

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  7. Dazu passt der seit knapp 2000 Jahren falsch rezipierte Ausspruch Senecas: Non vitae scholae discimus. – Wir übersetzen den zwar immer mit „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“, aber Seneca hat schon damals begriffen und kritisiert, dass wir nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen.
    Aber Dank Greta, Arno und Runa ändert sich das jetzt!

    Ein Hoch auf die richtige Bildung!

    Sie lebe Hoch! Hoch! Hoch!

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      1. Ein „Aber“ ist eine adversative Konjunktion. Sie schränkt ein. Es schränkt ein. Immer diese Einschränkungen! Das „aber“ hat ein System. Erfunden. … Und Danke Arno. Danke für alles. Danke.

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  8. Lieber Arno,
    ich stimme Deinem sehr ausgewogenen Blogbeitrag zu. Ehrlich gesagt, war ich angenehm überrascht, daß so viele Schüler demonstrationsbereit sind und sich bewußt machen, daß eine fundaMENTALE Änderung der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Verhaltensweisen und Zielrichtungen NOTwendig ist. Die Sorge um unsere BIOSPHÄRE ist absolut berechtigt!

    Ich fände es beispielsweise zielführend, wenn Mitweltschutz weiten, weiten Vorrang vor Kapitalertrag hätte, wenn es eine CO2-Steuer gäbe, wenn Biobauern für ihre nachhaltige Anbauweise großzügige Subventionen oder Steuerermäßigungen bekämen und die bodenfruchtbarkeitszerstörende, grundwasservergiftende industrielle Landwirtschaft und Massentierhaltung KEINE Subventionen mehr bekäme usw…

    Schon seit Jahrzehnten ist es mir gänzlich unverständlich, daß die einkaufende Masse Mensch noch nicht einmal konsequent in der Lage oder willens ist, Stoffbeutel, Einkaufkörbe und Taschen/Rucksäcke oder Hackenporsche 😉 zu benutzen – frage mich nicht, wie oft ich als Buchhändlerin komplett cellophanierte Glückwunschkarten auf ausdrücklichen Kundenwunsch hin in eine TÜTE stecken mußte, damit kein Fleckchen an die Karte kommt. Die Lektion mit den überflüssigen Verpackungen habe ich schon vor der Oberstufe begriffen und in mein alltägliches Handeln integriert. So gesehen, bin ich auch schon im zarten Alter von 16 Jahren (also seit 1980) aufgestanden!

    Bei etwas größeren Änderungen, wie etwa dem Wechsel zu einem seriösen Ökostromanbieter, mutieren deutlich besser Verdienende als ich zu armen Kirchenmäusen, die keinesfalls 10, 20 oder 30 € monatlich mehr für Strom ausgeben können, aber gleichzeitig alle Geräte im Stand-by-Modus aktiv halten und jedes Oberbekleidungsteil nach nur einmaligem Tragen waschen müssen – ganz zu schweigen von all den blechgeschwulstigen Autos, die nur Selbstwertprothesen sind.

    Zum Thema Klimawandel habe ich mir zufällig gestern auf den NachDenkSeiten einen hochinformativen Vortrag von Prof. Dr. Harald Lesch an der TH Köln 2019 Vortrag: „Zeitalter des Kapitalozän“ angesehen und angehört:

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=50658#h04

    Dieser Vortrag ist lang, doch schaue Dir wenigstens die ersten drei Minuten an, dann hast Du schon etwas davon und wirst wahrscheinlich weiter lauschen.

    Mit verbindlicher Empfehlung von
    Ulrike :mrgreen:

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    1. Liebe Ulrike, ich sehe mir grundsätzlich alles von Lesch an, denn er ist ein ausgezeichneter Erklärer. Warum wir vieles so schwer machen verstehe ich ebenfalls nicht. Einige Dinge sind sehr leicht zu ändern, ob Tüten oder Strom. Ich wechsle jedes Jahr den Ökostromanbieter und mit den Boni kostet mich der Strom nicht mehr, als vor 10 Jahren, aber dazu ein anderes Mal mehr. Bleibt noch zu bemerken, dass wir derselbe Jahrgang sind 😉 Dir einen wunderbaren Abend!

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  9. In Grosskrotzenburg gibt es ein katholisches Gymnasium , da haben sich Leiter und Schüler hinter diese Idee gestellt, es gibt keine Tadel, keine Beeinträchtigung der Schüler, es wurde beschlossen,,den Ausfall irgendwann nachzuholen, aber das ginge jetzt vor und der Schulleiter und das Kollegium waren sich sofort einig, Vorschriften hin oder her. Meine Tochter ist bei Wikiwoods aktiv. Die jungen Menschen müssen die Erwachsenen aus ihrer Trägheit herausholen. Danke für Deinen Artikel und ein herzlicher Gruss gen Marburg, Karin

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    1. Liebe Karin vom Dach, dann ist es eine vorbildliche Schule und vielleicht sehen die Lehrer ebenfalls eine Chance, die sie als Lehrkräfte nicht hätten und endlich sind sich Schule, Eltern und Kinder mal einig, hoffentlich! Beste Grüße aus Marburg!

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  10. Lieber Arno, du schreibst mir aus der Seele, nur dass ich solch einen Text niemals hinbekäme. Chapeau und herzlichen Dank.
    Ja, wir können auf der einen Seite alle ein bisschen Greta sein, aber Gretas Ausverkauf sollte jetzt mal gestoppt werden.
    Es ist doch auch eine Art Narrenstück, dem wir hier zuschauen, da sagt eine Sechzehnjährige genau das, woran es krankt in der Politik und dann läuft der Film von Kopf tätscheln auf der einen Seite und niedermachen auf der anderen. Fakt ist, dass es genügend Möglichkeiten gibt, dass die Welt ein besserer Ort wird, nur ist das nicht von Wirtschaftsinteresse. Wirtschaftsinteressen und Humanität scheinen sich gegenseitig auszuschließen. Und das ist die Schraube, an der wir drehen können und es ja auch viele, jede und jeder auf eigene Weise tun.
    Liebe Grüße
    Ulli

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    1. Liebe Ulli, in der fehlenden Wirtschaftsperspektive sehe ich den größten Mangel, denn wenn es nicht kommerziell erfolgreich ist, sich umweltbewußt zu verhalten, dann versucht man die Ökologie zu umgehen. Ein schwerer Fehler. Was hätten die Milliarden an Strafen für die Autokonzerne und Chemiegiganten nicht alles auf den bewußten Umweltweg bringen können. Nun werden diese Gelder in weiteren unsinnigen Subventionen verplempert. Ein Trauerspiel! Ich wünsche dir einen entspannten Abend!

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  11. Es wäre auch eine gute Umwelktaktion, wenn die engagierten jungen Leute ihren Müll, den sie nach der Demo hinterlassen haben, wieder wegräumen würden! Die Mehrheit der jungen Moralisten werden auf nicht’s verzichten wollen, jedenfalls nicht auf Dauer! Jeden Freitag den Müll in unseren Wäldern und an unseren Seeen einzusammeln wäre ein aktiver Umweltschutz, statt Freitagsparty auf der Demo zu machen! Wer im Kleinen anfängt, kann großes bewirken!
    Ich habe mit meiner Klasse damals, nach der Badesaison, am Bodensee den Müll am Ufer eingesammelt, den die Touristen hinterlassen haben. Diese Aktion gibt es heute noch. Schwäne haben sich an Scherben verletzt usw.!
    Aktiv werden mit Taten, nur so geht es, gelabert wird genug!

    Liebe Grüße Babsi

    Gefällt 5 Personen

    1. Liebe Babsi, Müll zu hinterlassen, nachdem man für die Umwelt gekämpft hat geht gar nicht, aber hoffen wir, dass dies vielleicht ein Startschuss ist, mehr Ökologie in unseren Alltag zu bringen. Ich würde es mir sehr wünschen, so wie deine Aktion mit deinen Schülern!

      Liken

      1. Lieber Arno,
        es war mit meinen Klassenkameraden zusammen. Ich bin keine Lehrerin!
        Aber Du hast mich sonst richtig verstanden, denn die Bewusstseinsänderung fängt eben gerade im kleinen an!

        Liebe Grüße und ein schönes Wochenende Babsi

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    2. Dieser Kommentar hier spricht mir wirklich aus dem Herzen. An einem der letzten Freitage kam ich in eines meiner Gymnasien und mir wurde gesagt, die Schüler würden für die Umwelt streiken und deshalb kein Unterricht stattfinden. Die gleiche Schule, in der ich meine Schäfchen immer wieder ermuntern muss, ihren Müll in den dafür vorgesehenen Eimer zu werfen. Die gleiche Schule, auf deren Rasenfläche man nach windigen Tagen im Papier- und Plastikmüll waten kann, würde man sie zu betreten wagen. … und dafür fiel nun mein Unterricht aus. Auch toll, dass ich hinterher erfuhr, dass ca. 1/3 der Klassen irgendwo streikten, während der Rest sich ein verlängertes Wochenende zu Hause gönnte.

      Vor lauter Frust habe ich der Direktorin vorgeschlagen, beim nächsten Umweltstreiktag mit einem örtlichen Müllunternehmen zu kooperieren und dafür zu sorgen, dass sich das ändert. Und da wären noch so viele Kilometer Strand zu entmüllen, selbst im Naturschutzgebiet kann man streckenweise den Müll direkt zusammenharken… Also, kurz gesagt, ich hatte von dieser ganzen Sache nichts mitbekommen und vielleicht auch nichts gemerkt, wenn nicht mein Unterricht ausgefallen wäre. Soviel zur erregten Aufmerksamkeit.

      Ich glaube, wie Babsi, dass jeder bei sich im Kleinen anfangen muss. Sonst wird das mit der Planetenrettung nichts. Wer auf die Politik hofft, wo jeder kleine Ansatz von Wandel im Keim erstickt wird, weil jede rebellische Bewegung über kurz oder lang den gleichen Weg geht, wie die etablierten Parteien, oder verschwindet, der wird ewig hoffen.

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      1. Ich bin auf deiner Seite, und den Kindern gleich praktisch vor Augen zu halten, wo bereits der Umweltschutz anfängt ist eine fabelhafte Idee! Ich hoffe es klappt mit der Müllsammlung!!!

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  12. Lieber Arno, das hast du sehr treffend beschrieben! Und diese Vereinnahmung Gretas für die eigenen politischen Zwecke ist wirklich übel. Das alles wirtschaftlichen Interessen geopfert wird, finde ich zunehmend unerträglich. Die Natur, als unsere Lebensgrundlage, wird geopfert. Das Verseuchen des Grundwassers, u.a. durch die Überdüngung – egal, hauptsache der (landwirtschaftliche) Wähler ist zufrieden und die Mark stimmt und das schon seit 10, 20 Jahren – das kanns nicht sein. Die Tage liefen diverse interessante Beiträge, die alle darauf hinausliefen, daß wir durchaus weniger produzieren könnten, wenn es nicht für den Weltmarkt wäre. Wir hier sind ziemlich gesättigt, haben eigentlich alles was wir brauchen, aber Milch nach China verkaufen, Fleisch in nicht-EU Staaten…Überproduktion noch und noch für noch mehr Gewinne (an denen heute viele Bürger indirekt beteiligt sind, weil man seine Altersvorsorge ja über Fonds und Aktien finanziert). Was für ein Blöds…. Fortschritt durch Rückschritt kann ich nur sagen. Hoffen wir, daß wir mehr werden, die etwas anderes wollen und daß sich die Jugendlichen nicht entmutigen lassen und wir Erwachsenen öfter mal unseren Hintern hochkriegen! LG und danke für diesen Beitrag!! Almuth

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    1. Guten Morgen liebe Almuth, du triffst den Nagel auf den Kopf! Wir haben von allem zuviel und machen unsere Umwelt kaputt, damit andere Länder billig von uns einkaufen können. Glatter Irrsinn! Ich wünsche dir ein friedliches Wochenende im Garten!

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      1. Ja, manchmal bleibt nur der, um von diesem Irrsinn Abstand zu kriegen! Danke für deine Worte. Ich wünsche dir auch schöne Gartentage lieber Arno. Alle sollten sich „erden“, damit sie die Bodenhaftung nicht verlieren!

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  13. Das Grundproblem ist für mich weiterhin der Kapitalismus. Es geht nur ums Geld und wie man mehr davon bekommt. Das ist die Priorität, alles andere – auch Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Klimaschutz – werden hintenan gestellt. Und so werden wir auch erzogen: Wenn unsere Mitschüler schlechter sind als wir selbst, bieten wir nicht Hilfe an, sondern freuen uns und werden von Eltern und Lehrern befeuert, weil wir der/die Beste sind.
    Dass sich soviele Kinder und Jugendliche mit diesem ernsten Thema beschäftigen, finde ich ganz wunderbar. Aber Demonstrationen bewirken heutzutage gefühlt nichts mehr. Solange der Kapitalismus existiert, ist der einzige Weg, über Angebot und Nachfrage die Wirtschaft und damit das Handeln der Menschen zu steuern, d.h. bestimmte Dinge nicht zu kaufen. Und ja, da müsste man auf sehr sehr viel verzichten. Wenn ich jedoch sehe, dass jeder kleine Popel-Supermarkt (zumindest in meiner Gegend) bereits alternative „Milch“ (darf man ja nicht so nennen), Margarine und Bio-Produkte anbietet, habe ich das Gefühl, dass ein winziger Schritt bereits getan ist.

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    1. Moin liebe Roe! Ja, unser Bewußtsein beginnt sich zu verändern, auch bei uns (mir) Alten. Erst habe ich mich bei der Lebensmittelindustrie aus dem künstlichen Koma befreit, danach habe ich den Konsum bei Klamotten eingestellt und vor inzwischen sechs Jahren mein Auto verkauft, und gehe meine Wege in der Stadt alle zu Fuß. Klar hat meine Frau noch ein kleines Fahrzeug, sonst wäre man aufgeschmissen, weil der Nahverkehr in Marburg nicht gut funktioniert, doch wir versuchen jedes Jahr ökologischer zu sein, als im Jahr zuvor. Inzwischen machen einige Nachbarn mit, ohne das wir groß miteinander gesprochen hätten, also funktionieren die kleinen Schritte vor der eigenen Haustür. Gleich, nachdem die Nachbarn nicht mehr dachten ich sei Pleite und müsste bald Haus und Hof verkaufen 😉 Dir einen sonnigen Sonntag!

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  14. Greta hat so manchen Stein ins Rollen gebracht und nun sollte sich daraus ein Mehr entwickeln, ein tieferes Bewusstsein für unsere Umwelt und deren Zukunft, die über die Klimaproblematik hinausgeht.
    Das Miteinander in der Verhaltensänderung, die Unterstützung der demonstrierenden Schüler durch Eltern, Lehrer und Erwachsene ist meiner Ansicht ein weiterer Schritt, der gemeinsam getan werden muss. Dazu bedarf es keiner weiteren Demonstrationen und Freitage mit Unterrichtsausfall.
    Die Schüler haben durch wochenlange Aktionen Aufmerksamkeit geweckt, man bemerkt sie, man hört zu. Nehmen wir sie und ihre Appelle ernst.

    Fakt ist doch, jeder weiß Bescheid, es muss etwas getan werden und wenn wir alle unsere Verantwortung ernst nehmen und Umweltschutz auch leben, können wir auch etwas bewirken. So schlecht, wie die Medien uns die Welt vorgaukeln, ist sie nicht, doch gute News bringen keine Einschaltquoten.

    Wenn die Botschaft angekommen ist und wir Erwachsenen doch wissen, dass unser Konsumverhalten und damit verbundener Wohlstand nicht ewig so weitergehen kann, lasst uns anfangen und nicht nur reden …

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    1. Guten Morgen liebe Anna-Lena. Wußtest du, dass erst nach 21 Tagen dauerhafter Tätigkeit das Gehirn anfängt einen neuen Umstand als neuen Alltag zu integrieren? Ich weiß leider nicht, wie sich das auf unser Umweltbewußtsein in Verbindung mit Demonstrationen errechnen lässt, aber ein wenig mehr dürfte es schon sein. Gerade gab es eine unglaublich große Demo, wo Wohnungsgesellschaften ab einer bestimmten Anzahl Wohneiheiten enteignet werden sollen. Das fand ich schockierend, denn wie groß muss die Not in unseren Metropolen sein, damit sich eine solche Aktion in Bewegung setzt. In deinem Bewußtsein ist der Umweltgedanke sicher fest verankert, bei den Massen habe ich da noch meine Zweifel, aber ich hoffe, du hast mit allem recht! Ich wünsche dir eine wunderbare Frühlingswoche!

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      1. Lieber Arno, in unserer Gesellschaft ist die Not in vielen Bereichen groß, schau dir die wachsende Schere zwischen Arm und Reich an. Dazu die Missstände und Versorgungslücken in wichtigen Bereichen wie z.B. Bildung und Pflege.
        Die von dir angesprochene Bewegung habe ich auch mit Kopfschütteln verfolgt.
        Es brodelt unter der Oberfläche von vermeintlichem Wohlstand und Komfortzonen und gerade das sollte uns doch alle aufschrecken.

        Auch dir als Gegenpol für unruhige Gedanken viel Sonne für die Sinne!

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