Die Rentenlüge

Seit Norbert Blüm (CDU), als Minister vor 30 Jahren verkündete, dass die Rente sicher wäre, vergeht kaum ein Monat, wo den älteren Menschen in Deutschland nicht erzählt wird, wie unglaublich alt diese werden, und was dies für eine gewaltige Aufgabe für die jüngere Generation sei. Da werden Statistiken ans Licht gezerrt, die uns ein Horrorbild aufzeigen, wenn zwei arme junge Menschen einen satten und faulen Rentner mitversorgen müssen. Ganz ehrlich, wer fühlt sich da von uns nicht schlecht, vor allem dann, wenn wir uns unsere Kinder vorstellen, wie diese täglich 18 Stunden schuften müssen, nur damit wir dreimal im Jahr in den Urlaub fliegen können? Eben! Dieses wird natürlich geschickt in Szene gesetzt, vor allem, wenn es mal wieder um das Renteneintrittsalter geht. Das war mal offiziell 65 Jahre (lag aber real unter 60, da der Staat die Frühverrentung monitär unterstützte), dann 67 und nun 69? Die ersten Politiker und Wirtschaftsweisen verlangen bereits ein Renteneintrittsalter von 72 Jahren, um dem kommenden drohenden Finanzloch zu entgehen, aber wie alt werden wir wirklich, und wie kommt es zu diesen Altersstatistiken? Hand mal hoch! Wer weiß denn genau, wie so etwas berechnet wird? Dachte ichs mir doch. Ich werde jetzt versuchen, den Sachverhalt mit so wenigen Worten und wenig unglaublich öden Begriffen zu erläutern. Danach soll sich jeder selbst ein Bild von der Situation machen.

Die Berechnung unseres Alters wird mit Hilfe von Sterbetafeln ertsellt. Diese wurden vom Engländer John Graunt im Jahre 1662 entwickelt und dafür nahm er die Informationen aus dem Londoner Sterberegister, wo er damals arbeitete. Es ist also eine sehr alte Methode, um unsere Lebenserwartung zu berechnen. Im Prinzip handelt es sich um bestimmte Personengruppen, welche die Grundlage für die Berechnung bildete. Jeder von Ihnen hätte jetzt doch gedacht, man würde einfach alle Sterbefälle zählen, gucken wer männlein/ weiblein ist und dann „Zack“ hat man unsere Lebenserwartung. Falsch! Lediglich das Geburtsjahr kam später noch hinzu, damit die Statistik etwas genauer würde, doch es handelt sich um fiktive Annahmen und niemals um reale Werte, denn es ist zwar möglich eine genaue Berechnung vorzunehmen, aber diese würde sich fast täglich ändern, wenn auch nur geringfügig. So wird jedes Jahr eine neue Prognose abgegeben (für zwei Jahre), die IMMER auf den Zahlen der letzten Auswertung basiert. Auch deshalb werden wir jedes Jahr statistisch gesehen älter, zuletzt aber eben nicht mehr. Warum?

2015/ 2017 würden Männer (die in diesen Jahren geboren wurden) statistisch 78 Jahre alt (ich lasse die Kommazahlen mal weg) und Frauen (im selben Zeitraum) 82 Jahre alt. Daraus, und aus unserem Geburtsjahr (bei mir 1964) wird ebenfalls die Lebenserwartung meiner Generation erstellt, egal unter welchen Umständen ich gelebt habe. In die Berechnung fließt nur ein, dass ich als Mann ungesünder lebe (ich rauche und trinke nicht, bewege mich aber viel) und meine Frau länger lebt, weil sie sich gesünder ernährt (von wegen) und die Babyjahre überstanden hat, ohne daran zu sterben. Fertig ist das Lebensalter. Leider funktioniert so gar kein Leben, was der Statistik aber völlig wurscht ist, weshalb sie ja auch nicht stimmt, aber politisch gesehen gut funktioniert. Aber leben wir nicht wirklich viel länger als früher?

Natürlich tun wir das! Doch sind die meisten Männer kaum über ihr Renteneintrittsalter hinaus gekommen (so um 1950) und für Frauen ließ der Stress des Ehelebens deutlich nach dem Tod des Göttergatten nach, weshalb diese auch etwas länger im Durchschnitt lebten. Kompliziert? Nein, gar nicht, denn auch heute sind Stressfaktoren im Alltag und im Beruf ein Teil dieser Sterbetafelwerte, nur fußen die eben nicht auf einer komplett neuen Erfassung unserer Umstände, sondern werden lediglich als Hilfswert herangezogen. So wurde noch nicht darauf reagiert, dass Rückenleiden bei den Deutschen nicht mehr auf Platz Eins stehen, sondern jetzt hinter psychischen Beschwerden liegen, welche jeden 4. Deutschen im Laufe seines Lebens heimsuchen. Keine gute Zahl um wirklich alt zu werden. Die besten Chancen für ein hohes Alter sind genetische Voraussetzungen und die haben nur bedingt mit der Lebensweise zu tun, so wie in vielen südeuropäischen Ländern oder wie in Japan, wo die Menschen weltweit am ältesten werden. Die Mär von den Dörfern der Hundertjährigen ist eben nur eine Mär und liegt weder an der entspannten Lebensweise oder unendlichen Litern von Olivenöl und rohem Fisch. Es wurde innerhalb der engen Gemeinschaft einfach vererbt. Das ist nicht gerade sexy als Marketinginstrument, weshalb es auch oft verschwiegen wird. Doch auch diese Menschen weiten die Statistik nach oben aus.

Wir haben zwar eine sehr viel bessere Medizin als früher, doch eine künstliche Hüfte hatte mein Opa ebenfalls. Das meiste Geld bleibt bei neuen Medikamenten kleben, ob die nun wirklich neu sind oder nur „verbessert“ weiß, außer dem herstellendem Konzern, niemand. Dabei sterben hundertausende jedes Jahr in Krankenhäusern durch Keime und falsche Behandlungen. Die meisten unserer Lebensmittel verdienen diese Bezeichnung überhaupt nicht, denn durch die immense Zahl an Inhaltsstoffen, Giften bei der Herstellung und Genmanipulation bei Pflanzen und Tieren sind überhaupt keine Spätfolgen abzusehen, ebenso wie in der Kosmetikbranche, die teilweise duzende Stoffe zusetzt, welche sich im Körper anreichern, und deren Nebenwirkungen nicht bekannt sind, ganz zu schweigen von den Spätfolgen! Dazu genverändernde Substanzen, welche sich in unserem gesamten Leben breit machen, von billigen schwarzen Schuhen, über Strahlentechnik, Klamotten und der gesamten Wohnungseinrichtig. Da rede ich noch nicht einmal vom Stadtleben mit seinen ganzen Abgasen. Wer jetzt übrigens denkt, die Landluft wäre gesünder, irrt sich gewaltig! Wir sind also so vielen einflußreichen Faktoren ausgesetzt, dass ein realistisch eingeschätzer Abgang unsererseits überhaupt nicht möglich ist, und doch wird dies vorgegaukelt. Warum?

Nehmen wir mal die Versicherungsbranche, welche eigene Sterbetafeln erstellt, weil die staatlichen nicht ihre relevante Statistik abbildet, und das kommt so. Menschen, welche sich versichern (können) sind zumeist besser mit Geld ausgestattet, investieren mehr in ihre Altersvorsorge und wollen nach Auszahlung der Lebensversicherung möglichst lange etwas vom Geld oder der monatlichen Zusatzrente haben. Da wäre es doch blöd, wenn man stürbe ohne wirklich etwas von der Kohle gehabt zu haben, oder? Riesterrente & Co. lassen grüßen. Da diese Ansprüche nicht oder nur teilweise vererbt werden können, ist dies natürlich ein wahnsinnig lukratives Geschäft (inzwischen nur von der unsäglichen Zinspolitik der EZB kastriert, denn höhere Zinsen locken ja die Kunden an) und nirgends bei Versicherungen gibt es so hohe Prämien für den Verkäufer wie in der Kapitalanlage. Da fließen tausende Euro in dessen Tasche ohne das Sie etwas davon hätten, außer Arbeit. Je nach Nutzer und Organisation variieren deshalb die Lebenserwartungen der Menschen erheblich. Werden Männer bei der WHO (Weltgesundheitsorganisation) noch 69 Jahre alt und die Frauen 72, ist die Versicherung schon großzügiger und lässt Männer 89 Jahre alt werden und Frauen sogar 94. Das soll dann der Durchschnitt sein!?

Zum Abschluss noch mal eine kleine Wirtschaftsberechnung von mir. Wenn wir dann alle so um die 90 Jahre alt sind und es kaum noch Nachwuchs gibt (wir sind ja kein Einwanderungsland, sondern eine unantastbare Insel) wird es so wenige Arbeitskräfte geben, dass diese dann soooo fürstlich entlohnt werden müssen, dass es überhaupt kein Rentenproblem gibt, da die ganzen Rentner und Pensionäre problemlos von den ganzen Besserverdienern mitgeschleppt werden können. Aber mal im Ernst. In den nächsten Jahrzehnten wird die Zahl an Arbeitskräften stetig sinken, da die Digitalisierung der Welt diese Menschen überhaupt nicht benötigt. Landmaschinen werden satellitengestützt über Felder fahren, Computer werden Maschinen steuern und alles was Menschen dann noch machen sind die Tätigkeiten, welche nicht durch Programme ersetzt werden können, denn Unternehmen existieren nicht für ihre Mitarbeiter, sondern ausschließlich für den Gewinn, und der steigt bei jedem Mitarbeiter, der für die Zukunft wegfällt. Sogar Bücher können bereits von PC-Programmen geschrieben werden. Arme Welt! Es ist also notwendig unser Wirtschaftssystem zugunsten aller Menschen zu ändern und nicht nach dem Willen einiger weniger.

Jetzt muss sich ja niemand mehr Sorgen machen, wie er/ sie mit 90 Jahren noch die Miete bezahlen soll, denn der Stress des Lebens hat Sie bereits deutlich früher als jede gefälschte Statistik in Grab gebracht, womöglich in den Niederlanden oder Polen, da ist das billiger und man kann Sie im Pappsarg verkokeln. Sehen Sie, da haben wir doch noch etwas positives an der Sterbetafelstatistik gefunden. Ich wünsche weiterhin frohes Schaffen und wenn Sie sich mal nicht gut fühlen, keine Bange, gerade SIE werden uralt!

Ihr, Arno von Rosen

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46 Gedanken zu “Die Rentenlüge

  1. „Humor ist, wenn man trotzdem lacht.“

    Das tue ich als pflegende Ehefrau eines mit 54 Jahren aus gesundheitlichen Gründen berenteten Ehemannes fast täglich schallend – und es hilft.

    Danke, lieber Arno, für diese wie immer klugen und humorvollen Gedanken und aufschlussreichen Erläuterungen zu einem ernsten Thema.

    Viele Grüße und gute Wünsche für ein entspanntes Wochenende,

    Kristina

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  2. Lieber Arno, ich will ja die Quellen deiner Beiträge nicht prinzipiell hinterfragen, aber woher bitte hast du , dass jährlich Hunderttausende in Krankenhäusern an Keimen und falschen Behandlungen sterben ? Gleich 100.000e ? Weltweit? in Deutschland? in Europa?

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      1. Nun ja, da steht „Im Jahr 2017 verstarben deutschlandweit insgesamt 427.917 Personen in Krankenhäusern.“ Das heißt ja aber doch nicht, dass sie an Keimen oder an falschen Behandlungen starben.

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      2. Das stimmt natürlich und ich bin nicht davon ausgegangen, dass diese Menschen alle an Fehlern oder Keimen verstorben sind, doch ich denke ebenfalls nicht, dass alle Fälle richtig zugeordnet werden, denn Fehler oder Keime können teuer für ein Krankenhaus werden, deshalb gibt es dort eine Dunkelziffer, aber sind dir etwa 200000 Todesfälle nicht genug?

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  3. Lieber Arno, Fakt ist, dass die Menschen in Deutschland immer älter und übrigens auch immer größer werden. Meine eigene Mutter starb 1987 im Alter von 80 Jahren. Sie hatte ihr Ziel, als erste aus ihrer Sippe 80 zu werden, erreicht. Mein Vater wurde nur knapp 77. Meine erste Schwiegermutter wurde 63 und ihr Mann verstarb mit 58. Meine jetzige Schwiegermutter vegetiert mit 96 Jahren ungeliebt in einem Altenheim. Ihre beiden Schwägerinnen wurden auch weit über 90. Mein Schwiegersohn starb mit 35 und erst vor einigen Tagen starb die Schwiegermutter meiner älteren Tochter zwei Tage nach ihrem Renteneintritt mit 63 1/2 Jahren. Mein ältesterBruder starb mit 72. Wir anderen Geschwister erfreuen uns mehr oder weniger guter Gesundheit. Manchmal spekulieren wir darüber, wen von uns es als nächstes treffen wird. Ich bin mit 67 die Jüngste von uns. Zum Glück weiß keiner, wann es ihn treffen wird. In diesem Sinne lass uns den Tag genießen, denn es könnte unser letzter sein. Was die Sicherheit meiner Rente betrifft, mache ich mir keine Gedanken. Als sechstes Kind armer alter Eltern bin ich sehr bescheiden aufgewachsen und hoffe, dass notfalls meine Kinder und Enkel daran denken, dass ich sie immer großzügig finanziell unterstützt habe, denn das letzte Hemd hat bekanntlich keine Taschen. Schönes Wochenende wünsche ich Dir!

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    1. Schön, dass es dir gut geht. Meine Familie ist immer schon über 80 geworden, allerdings stirbt die Familie meiner Frau bereits vor dem erreichen des 50, Lebensjahres. Vieles ist da genetisch bedingt und größer wird in meiner Familie ebenfalls niemand, aber vielleicht sind unsere Gene auch veraltet 😀 Dir ein schönes Wochenende!

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  4. Lieber Arno…..Galgenhumor ist das. Was mich betrifft, ich durft als letzter Jahrgang schon mit 61 in Rente gehen und es sind geschenkte Jahre, da ich mein Rentnerdasein genieße; nicht üppig, aber ausreichend ausgestattet auch durch meinen verstorbenen Mann, denn von meiner eigenen Rente könnte ich nicht leben und nicht sterben, weil ich über 20 Jare nur halbtags gearbeitet habe und nur 15 Jahre voll. Ich bin NIE dem Staat, dem Gesundheitswesen zur Last gefallen und habe überhaupt kein schlechtes Gewissen der jungen Generation gegenüber, weil ich mir (und auch mein Mann)meine Rente verdient habe. Ich wünsche mir, noch recht lange zu leben und diese ganzen Horrorszenarien nehme ich einfach nicht zur Kenntnis. Natürlich ist mir bewußt, dass ich als Pflegefall , auch wenn ich vorher nie ernstlich krank war, nichts Gutes zu erwarten habe und dann zusehen muß, was dieser Staat so mit mir vor hat und das ist bisher nichts Gutes.. Statistiken sind mir eh ein Gräuel.
    Was ich mir wünsche , dass der Staat selbstbestimmtes Sterben erlaubt und nicht mit einer Scheinheiligkeit unterbindet, denn die Wahrheit ist doch: sie sind froh über jeden, der das Zeitliche segnet.
    Lieber Wochenendgruß vom Dach, Karin…alt aber putzmunter -:)))

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  5. So sehr ich „Nobby“ auch als lustige Person mochte, so sehr habe ich mich ueber seine Aeusserungen – um das mal ganz neutral zu sagen – geaergert. Und noch mehr darueber, dass er mal in Bonn im Kabarett aufgetreten ist und seine daemlichen Aussagen zur Rente dort propagiert hat. Fand ich nun aber gar nicht lustig.

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    1. Er war ja sehr unterhaltsam in irgendwelchen Shows, doch dies ist kein gewünschtes Politikerkriterium für mich. Vielleicht ist die Rente sogar sicher, doch davon leben kann bald nur noch eine geringe Bevölkerungsschicht, und das ist zu wenig bei den Rentenbeiträgen, deshalb bin ich ebenfalls dafür eine Unterrente einzuführen, die bei derzeit 1200 Euro liegt. Dann fallen Hartz IV und Grundsicherungsberechnungen weg, was Personal spart und es wird auch nicht mit der Gießkanne das Geld verteilt, weil es dahin kommt, wo es gebraucht wird, was bei einem Mindesteinkommen a la SPD nicht der Fall wäre.

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  6. Hallo Arno,

    ich mag so negative und Schlag auf Schlag kommende Behauptungen ohne Lösungsvorschläge nicht. Ist mir zu kompliziert und belastet mich zu sehr. Vor allem auch, weil ich es erst recherchieren muss, um alles verstehen und beurteilen und mitreden zu können.

    Zum Thema „hunderttausende Todesfälle durch Keime und falsche Behandlungen“ finde ich folgendes:
    „Insgesamt 33.000 Menschen sterben pro Jahr in den Staaten der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums (EU/EAA-Region) an Infektionen mit multiresistenten Keimen“. Da fehlt ja dann noch sehr viel, um auf hunderttausende Todesfälle jährlich zu kommen…

    Viele Grüsse,
    Jutta

    https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/mre/article/975405/33000-tote-jaehrlich-immer-todesfaelle-wegen-antibiotika-resistenzen.html

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    1. Liebe Jutta, ich kann in Zukunft gerne alle Links zu meinen Quellen einfügen. Da diese Informationen jedoch frei verfügbar sind, war ich nicht davon ausgegangen, dass diese überhaupt gelesen werden würden. Einen Link und Kommentar habe ich oben eingefügt. Im Übrigen muss meine Artikel niemand lesen, ob schlimm oder lustig. Ich schreibe ja ebenfalls nur, wenn ich Sachverhalte klarstellen möchte, die im TV nur einseitig beleuchtet werden oder der Humor mit mir durchgeht. Ich finde es aber ganz prima kritisiert zu werden, denn ich schätze es sehr in einem Land mit freier Meinungsäußerung zu leben! Beste Wochenendwünsche aus Marburg 🙂

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      1. „Nun ja, da steht „Im Jahr 2017 verstarben deutschlandweit insgesamt 427.917 Personen in Krankenhäusern.“ Das heißt ja aber doch nicht, dass sie an Keimen oder an falschen Behandlungen starben.“

        Ich wünsche Dir auch ein schönes Wochenende.

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  7. *gähnt ausgiebig*
    Also in meiner Generation ist Rente und Altersvorsorge einfach kein Thema. Aktuell prognostiziert man uns 43% Rente vom letzten Einkommen – was für den Großteil der in Deutschland lebenden Menschen Hartz IV bzw. Grundsicherung bedeutet. Sämtliche Altersvorsorgen, die man abschließen könnte, würden dann jedoch als „Einkommen“ angesehen und vom Hartz IV abgezogen. D.h. ich habe die Wahl, mein gesamtes Leben monatlich etwas zur Seite zu legen – und am Ende den Hartz-IV-Satz zu bekommen, oder mein gesamtes Leben monatlich nichts zur Seite zu legen – und am Ende den Hartz-IV-Satz zu bekommen. Wie man sich entscheidet, sollte da klar (und nachvollziehbar) sein.
    Ich würd mal sagen, wenn ich nicht wegen Arbeitsunfähigkeit frühverrentet werde, sollte ich meine letzten drei Gehälter in Vorsorge-Untersuchungen und einen großen Vorrat Klopapier und Kernseife investieren – wer weiß, ob man im Alter je wieder die finanziellen Mittel dafür hat…

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    1. Moin liebe Roe! Danke für deinen humoristischen Kommentar, der leider die ganze Wahrheit widerspiegelt. Ein großer Teil der Gesellschaft ist bereits zu Lebzeiten für das Alter abgehängt, und dies ist nicht wirklich motivierend sich abzuzappeln. Ich habe das schon vor 25 Jahren bemängelt, lange vor Hartz IV, aber damals galt ich als Nestbeschmutzer. Heute langweile ich damit die Gesellschaft der Opfer unserer neuen Arbeitsunkultur 😉

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  8. Lieber Arno! Hervorragend recherchiert. Natürlich wäre ich nicht Dr.Nessy, wenn ich nicht wieder ´mal meinen Senf dazugeben würde. Natürlich nur zur medizinischen Seite, zur Rentenpolitik kann ich Dir sicher nix vormachen! Das macht ja doch einen nicht unwesentlichen Teil unserer schönen Freundschaft aus! Natürlich leben Frauen ungleich gesünder und natürlich holen Männer, (vor allem in den mittleren Gesellschaftsschichten) kräftig auf und Frauen lassen (vor allem in den unteren Gesellschaftsschichten) doch ein wenig nach, vor allem, wenn sie es vorziehen, das Haus kaum noch zu verlassen und jeglicher Bewegung gänzlich abschwören.
    Interessant ist aber die Tatsache, dass Frauen bis 40-50 Jahren einen Östrogenschutz der Gefäße mitbringen, der ihnen einen klaren Vorteil in Punkto Gefäßerkrankungen bringt. Nun gleicht sich normalerweise dieser Vorteil nach der Menopause wieder aus, was in einer relativ raschen Zunahme von Gefäßerkrankungen zwischen 60 und 70 zeigt. In Ländern mit seit jeher hohem Sojagenuss haben die Frauen kaum Wechseljahresbeschwerden und die Lebenserwartung ist höher –

    Zusammenhang oder nicht. Nun ist, nach Neuauswertung der Daten (darüber habe ich ausführlich berichtet) klar, dass die Hormonersatztherapie ein Schutz vor Herz-Kreislauferkrankungen darstellt und die Vitalität der Frauen höher ist …
    Und noch etwas. Menschen, die frühzeitig aus Landstrichen mit hoher Lebenserwartung nach USA umgezogen sind, haben eine niederere Lebenserwartung, der wahrscheinlich schon durch veränderte äußere Einflüsse zu erklären ist Nun behaupte ich nicht, dass das Alter nicht auch genetisch mit bedingt ist, da viele Erkrankungen vererbbar sind und auch die Epigenetik (also die Veränderung des Erbgutes durch äußere Einflüsse) eine Rolle spielt. Und irgendwann stirbt der Mensch auch unter optimalsten Bedingungen, weil die innere Uhr (wahrscheinlich letztendlich aufgrund der allgemeinen Abnutzung durch zu viele DNA-Schäden) abgelaufen ist. Ich schätze aufgrund der Studienlage und der jahrelangen Erfahrungen auf internistischen Stationen und als Notärztin, dass, durchschnittlich 10-20 Jahre und eine wesentlich verbesserte ,,Quality of Life“ durch sogenanntes ,,Lifestylemanagement“ herauszuholen sind. Muss ich unbedingt mal einen Post drüber schreiben …

    Heute schließe ich einmal mit dem Startrek-Gruß:

    FRIEDE UND EIN LANGES LEBEN!

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    1. Ein sehr interessanter Kommentar liebe Nessy, was ja nur wieder zeigt, dass niemand alles wissen kann. Über deine medizinischen Beiträge freue ich mich immer sehr, denn damit kann man sein eigenes Leben immer verbessern, wenn man es will. Vielleicht gibt es eines Tages mal eine Studie über Zwillinge, Drillinge usw, welche Aussagen zu einem gesünderen oder normalen Lebensstil treffen kann, aber dies würde voraussetzen, dass Zwillinge eben unterschiedliche Leben führen müssten, was wahrscheinlich selten freiwillig vorkommt. Übrigens liebe ich Senf zu meinen Themen, egal ob jemand mit meinem Artikel einverstanden ist oder nicht! Beste Sonnengrüße aus dem grünen Marburg 🙂

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  9. Ich bin ja nun seit einem Jahr Rentnerin, durch Altersteilzeit mit Abzügen, aber ich mache mir da keine Sorgen um die Zukunft.
    Wer nicht auf allzu großem Fuß lebt, sich halbwegs gesund ernährt und bewegt, kann nicht mehr machen und hoffen, dass er gut durchs Leben kommt. Uralt möchte ich nicht werden, wichtig ist mir, halbwegs fit zu bleiben und auch im Oberstübchen noch durchzublicken. Und wenn mein Weg dann zu Ende geht, möchte ich in Würde gehen dürfen und nicht irgendwo dahin vegetieren.

    Das ist doch was, oder?

    Herzlich,
    Anna-Lena

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    1. Das ist natürlich die Idealvorstellung von uns allen, liebe Anna-Lena und klar können wir ein bisschen was selber machen, damit sich der Traum vom mobilen Alter erfüllt. Schaun mer mal 🙂 Herzliche Grüße aus Marburg!

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      1. Träumen macht sich immer gut, lieber Arno und wenn sich etwas davon erfüllt, war es ein schöner Traum 🙂 .
        Liebe Grüße aus dem regnerischen Brandenburg,
        Anna-Lena

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      1. Ja klar, erst verdienst du an den Provisionen für Verkauf und Kauf und dann wettest du gegen die Papiere und schwupps, fleißen Milliarden. Das Geld ist ja dann nicht weg, es hat eben nur ein anderer 🙂

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  10. Was habe ich doch ein Glück… Ich sprenge fast alle Statistiken. Ich sollte das Jahr 1987 laut Ärzte nicht überleben. Heute mit fast 67 Jahren lebe ich immer noch und „genieße“ seit Januar 1991 mehr oder eher weniger meine Pension. Auch nach 47 Krankenhausaufenthalten haben mich die Keime noch nicht dahin gerafft, die Ärzte mich trotz einiger falscher Behandlungen noch nicht unter die Erde gebracht. Ich will nicht unken, denn jeder Tag könnte der letzte sein.
    Ich traue keiner Statistik. Nur der, die ich selbst geschrieben habe. 🙂

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  11. Liebender Arno von den durchschauenden Rosen

    Letztes Jahr mit 63 beantragte ich die Rente
    Im Geringsten gewährt und vom Landratsamt gering aufgestockt
    Denn durch Scheidung damals abtreten von Anteilen an die Mutter meiner Kinder
    Und Jahre freischaffenden Künstlertums heute unter der „Armutsgrenze“

    Eine Staats-Form die des Wesenhaften entbehrt ist daran durchschaubar
    Wie sie mit Alten lebenserfahrenen einst Trägern der Gemeinschaft der heute Jungen
    Und Kindern sowie Müttern ohne Väter umgeht

    Siehe es geht ein Unwesen um das der Menschen Würde
    Offiziell dreist verkündet und in Wahrheit dämonisch lügt und sie darum betrügt…

    Auch dies wird vergehen denn das Leben ist Lieben
    Danke Deiner Forschungsarbeit
    Dir Joaquim von Herzen

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    1. Geschätzter Philosoph der liebenden Herzen, es wird erst noch schlimmer werden, bevor es besser sein kann, denn nur wer eigenes Leid erfährt, nimmt dies ebenfalls bei anderen wahr. Und da unsere herrschende Kaste nur das Leid des nichtgewähltwerdens kennt, mag es noch Jahre dauern, bis eine Lebensleistung nicht mehr in Sklavenverhältnissen gemessen wird, sondern mit Würde und Anstand! Beste Grüße aus Marburg lieber Joaquim!

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