Liebe Kinder …

… der Donald ist der Chef von einem ganz großen Land. Das ist so, als ob ihr Klassensprecher wärd, nur besser. In einem Land auf der anderen Seite unserer Erde gab es einen Menschen, den der Donald nicht leiden konnte, so wie ihr den Jungen nicht leiden könnt, der euch im Bus schubst, gelle? Weil der Donald sich für einen großartigen Polizisten hält (so wie viele Menschen in seinem Land), hat er den Mann einfach weggemacht, so für immer. Das nennt man dann tot

, so wie bei eurer Uroma. Da waren natürlich die ganzen Freunde des fremden Mannes gaaaaanz unglücklich drüber, denn sie konnten den Busschubser auch nicht leiden, aber er war einer von ihnen, wie in einem Fussballverein, da können sich die Spieler auch manchmal nicht leiden, wollen aber trotzdem zusammen spielen. Weil die Leute in dem fremden Land, mit dem fremden Mann soooo unglücklich waren, wurden sie irgendwann auch wütend, weil der Donald ganz weit weg war und sie ihn nicht zur Rede stellen konnten, und natürlich auch, weil der Donald auf Twitter nicht jedem antwortet. Also haben die fremden Menschen aus dem fremden Land einfach das Spielzeug vom Donald kaputt gemacht, was wieder in einem anderen fremden Land herumstand. Ein fremdes Land ist übrigens ein Land in dem ihr nicht dauerhaft lebt, so wie Spanien, wo ihr nur im Urlaub hinfahrt, gelle?

Der Donald hat sich aber nicht getraut aus seinem Haus zu kommen und hat gesagt, dass ihm das Spielzeug egal ist, solange die fremden Menschen aus dem fremden Land nix weiter kaputt machen. Vorher hat der Donald natürlich noch geschimpft und ganz wilde Drohungen ausgesprochen, so wie Mutti, wenn sie droht euch das Handy abzuknöpfen, falls ihr nicht den Müll rausbringt, gelle?! Wenn sich das fremde Land mit den fremden Menschen aber nicht wieder mit dem Donald vertragen will, werden sich die Menschen vom Donald mit den fremden Menschen aus dem fremden Land gegenseitig verhauen. Das nennt man bei den Erwachsenen Krieg und das ist was gaaaaanz schlimmes! Wenn die anfangen wollen zu hauen, holt der Donald alle seine Brüder und Schwestern, das nennt sich bei den Erwachsenen NATO, damit die das für ihn tun, weil der Donald ein Feigling und ein Großmaul ist. Die Brüder und Schwestern machen das sogar für den Donald, weil der gaaaanz böse werden kann, wenn man nicht macht was er sagt. Und weil die Brüder und Schwestern mehr Angst vorm Donald haben, als vor fremden Menschen aus einem fremden Land, geben die viiiiiel Geld aus, damit der Donald kriegt was er will, obwohl die Brüder und Schwestern davon nichts haben. Das ist so, als ob ihr für eure Geschwister Wände streicht und der Donald dafür Geld bekommt, obwohl ihr die Arbeit gemacht habt.

Natürlich sind die Brüder und Schwestern auch schuld, weil sie an die fremden Menschen aus dem fremden Land böses Spielzeug geliefert haben, mit dem Menschen verletzt werden, bis die auch weg sind, also tot, wie die Uroma. Viel schöner wäre es, wenn die Brüder und Schwestern den Streit schlichten würden und nicht bei der Schlägerei mitmachen und noch viel schöner wäre es gewesen, den fremden Mann aus dem fremden Land einfach nicht zu beachten oder sich mit den Brüdern und Schwestern zu treffen, um über eine Lösung des Streites zu reden, so wie bei euch zu Hause, wenn euer großer Bruder nicht sein Spielzeug rausrücken will, obwohl ihr es doch soooo dringend braucht und der Bruder nicht, gelle?! Leider können sich der Donald und der fremde Mann aus dem fremden Land nicht mehr vertragen, weil der fremde Mann ja für immer weg ist. Doch jetzt muss sich Donald wieder darum kümmern, dass er am Ende des Jahres wieder Klassensprecher wird, obwohl der ja doof ist und feige. Versteht ihr jetzt das Problem? Ich leider auch nicht, aber eines weiß ich. Ich wähle niemanden zum Klassensprecher, der dem Donald hilft, denn das ist ein gaaaanz schlimmer Kerl, dem man viel mehr als sein Handy wegnehmen sollte! Ihr wollt doch auch lieber friedlich spielen, oder? Genau wie ich!

Euer Arno …


55 Gedanken zu “Liebe Kinder …

  1. Lieber Arno … ich sitze hier mit Tränen in den Augen. Und verstehen kann ich all das auch schon lange nicht mehr! Danke für Deinen Text heute. Liebe, sehr friedliebende Grüße, Margot

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    1. Liebe Margot,
      Traenen habe ich, der ich nun seit mehr als 10 Jahren in dem Land [das ich uebrigens sehr schaetze] des boesen und dummen Klassensprechers lebe, nicht in den Augen. Aber ich habe Angst, grosse Angst, vor Allem, wenn ich an die Wahlen zum „Klassensprecher“ im November diesen Jahres denke. Ich habe die grosse Befuerchtung, dass uns dieser „Klassensprecher“ fuer weitere 4 Jahre erhalten bleibt.
      Liebe Gruesse,
      Pit

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      1. Guten Morgen lieber Pit! Bei allem was dort drüben schief laufen mag, hat mir eine Sache immer besonders gefallen. Egal wieviel Geld oder Macht jemand hat, seine Amtszeit ist auf 8 Jahre begrenzt. Eine Regelung die wir dringend bräuchten, ganz abgesehen davon, was man schon in vier Jahren anrichten kann!

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      2. Lieber Arno,
        selbst wenn er – was ich noch gar nicht unbedingt glaube – im November nicht wieder gewaehlt werden wuerde, so ist der Schaden, den er angerichtet hat, doch schon jetzt riesig und wird auf Jahrzehnte hinaus nachwirken, insbesondere durch die Auswahl von zwei stramm rechtskonservativen und relativ jungen Richtern fuer den Supreme Court, von denen der letzte uebrigens nicht unbedingt wegen seiner juristischen Leistungen nominiert worden ist, sondern wohl eher wegen seiner parteipolitisch eingefaerbten Urteilsweise. Jetzt koennen wir nur instaendigst hoffen, dass das nicht noch schlimmer wird mit einem immerhin moeglichen Ausscheiden von Ruthe Bader Ginsburg aus dem Richteramt noch unter Trump.
        Mehr moechte ich jetzt und hier zu diesem Thema nicht schreiben. Meine Ausfuehrungen koennten seitenlang werden. 😉
        Liebe Gruesse in Sorge um Amerika,
        Pit

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      1. Lieber Arno, ich befürchte auch, dass sie ihn – entgegen allem offiziellen Trommelschlag – wieder wählen werden. Hinter seinem breiten Rücken mit dem wehenden Mantel lassen sich offenbar gut – auch schmutzige – Geschäfte machen und die US-Wirtschaft scheint trotz(!) dieses Präsidenten zu brummen. Unternehmerherz, was willst Du mehr. Lg. R.

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      2. Es sind bei Weitem keine 300 Millionen, lieber Arno! Gewaehlt haben 138.847.000 ca. 250.056.000 Wahlberechtigten. Trump hatte 62.984.828 Stimmen. Clinton hatte 65.853.514.
        Fuer diesen November habe ich uebrigens grosse Befuerchtungen.

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      3. Danke Pit, du hast mit den Zahlen recht, doch ich meinte nur die grobe Bevölkerungszahl und da haben ja fast alle eine Meinung zum Präsidenten, anders als bei uns, wo vielen das Staatsoberhaupt egal ist.

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      4. Lieber Arno,
        mir ging es – auch wenn das so ausgesehen haben mag – gar nicht um exakte Zahlen. Ich wollte nur verdeutlichen, dass Deine Darstellung den Eindruck erwecken koennte, als haetten alle Amerikaner fuer Trump gestimmt. Nimm‘ mir diesen Einwurf nicht uebel. Ich weiss ja, das war von Dir wirklich nicht beabsichtigt, aber als Anhaenger der Demokraten, der nach Trumps Wahlsieg fuer eine geraume Zeit absolut deprimiert war, wollte ich das doch unbedingt klar stellen. Das Schlimme an der Geschichte ist ja, dass er aufgrund des „First-Past-the-Post“ Wahlsystems die Praesidentschaftswahl gewonnen hat, obwohl er keine Mehrheit der angegebenen Stimmen hatte. Wie uebrigens auch schon George W. Bush gegenueber Al Gore.
        Liebe Gruesse,
        Pit

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      5. Guten Morgen lieber Pit, ich nehme dir nix übel, weil ich ebenfalls auf Zahlen stehe und natürlich hat ebenfalls nicht ganz Deutschland Frau Merkel gewählt, aber so ist das in einer Demokratie eben 😉 Hundertprozentige „Wahlsiege“ gab es nur in der DDR (und selbst da nicht) 🙂

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  2. Da hätte ich noch eine Idee: Wenn dem Donald langweilig ist, dann könnte er doch Leute nach Australien schicken zum Helfen beim Feuerlöschen. Das fänd ich sinnvoll, weil dann die Feuerwehrler sich mal ausruhen könnten, und die Feuer dann schneller bekämpft werden könnten, Mensch, Natur, Tiere nicht sterben müssten…

    Nur so eine Idee.

    Gefällt 4 Personen

      1. Absolute Horrorvorstellung, das mit dem Nobelpreis. Aber beim Donald sind bald Wahlen, gell.

        Die Ideen bekomme ich immer auf den Trainer, bei 15 km am Tag wird es einem dann schon öd. Aber ich mache das schon seit 1999, was glaubst du was mir da schon alles eingefallen ist.

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  3. Genau so funktioniert STORYTELLING – Du solltest schnellstens in die Marketing-Branche wechseln!
    Deine sehr feine Ironie ist einzigartig,
    mon cher Arno!
    Habe mich grenzenlos amüsiert und schicke Dir nette Grüße zum Abend aus France nach Marburg,
    herzlichst, bT!NA

    Gefällt 3 Personen

  4. Hat dies auf Das Blog  rebloggt und kommentierte:
    Genau so funktioniert STORYTELLING – Du solltest schnellstens in die Marketing-Branche wechseln!
    Deine sehr feine Ironie ist einzigartig,
    mon cher Arno!
    Habe mich grenzenlos amüsiert und schicke Dir nette Grüße zum Abend aus France nach Marburg,
    herzlichst, bT!NA

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  5. Ich mag Deine Ironie, passt gut zu einem Protagonisten, der eigentlich nur in verkürzten Twitter-Sätzen zu uns spricht. Umso mehr amüsiert mich Deine Geschichte und die Bezüge zum Schulhof…. Welche Rolle da der große Donald-Duck aus Übersee hätte spielen können und welche er vielleicht bis heute noch nicht abgelegt hat, wird deutlicher denn je!

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      1. Da brauchst Du nicht zu wetten, lieber Arno. Es ist bekannt, dass er sehr gerne die Burger von dem anderen Donald, dem mit dem „MC“ davor, zu sich nimmt. 😉

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  6. Lieber Arno,
    ganz großartig gelungen. Ich persönlich wuerde die Analogie „Schulsprecherwahl“ vorziehen. In einer späteren [weil ich noch Zeit zum Nachdenken brauche] und ausführlicheren Antwort werde ich noch dazu schreiben. Jetzt nur soviel: die Analogie zu einer „Schulsprecherwahl“ laesst es besser zu, zu erklären, warum jemand wie der Bube mit dem orangenen Haarschopf zum „Schulsprecher“ gewählt wurde – und, so meine große Befürchtung, auch wohl wieder gewählt werden wird – obwohl die Mehrheit der Schülerschaft in gar nicht gewählt hat und ihn auch gar nicht mag.
    Liebe Gruesse in großer Sorge um dieses Land, in dem ich nunmehr seit über 10 Jahren lebe und das ich sehr mag,
    Pit

    Gefällt 3 Personen

      1. Lieber Arno,
        an die Variane „Schulsprecher“ hatte ich deswegen gedacht, weil man damit auch fuer Kinder verstaendlich das System und die Nachteile des Mehrheitswahlrechts ueber Wahlmaenner sehr gut erklaeren koennte.
        Liebe Gruesse,
        Pit
        P.S.: Wie schon in einer anderen Antwort geschrieben, ich koennte mich ueber die Nachteile, die ich in der amerikanischen Verfassung sehe, noch stundenlang und seitenweise auslassen.

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      1. Vielleicht sollten wir unser Wissen teilen … und als Verschwörungstheoretiker auf dem „Scheiterhaufen“ enden. So wird das von Politik und Medien gern gemacht, wenn jemand der Wahrheit zu nahe kommt.

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