Ein Funke noch …

Tote Rose

Vieles hat man schon über die Liebe geschrieben und dennoch gibt es nur ein Gefühl was dem verliebt sein gleich kommt, aber an Schmerz bei weitem übertrifft. Das Ende einer Liebe lässt die Liebenden in Lähmung zurück, wenn ihre Gefühle echt und tief waren, und nur dann. Lasst euch Zeit beim Lesen, wartet ein paar Minuten, während ihr die Musik hört und schließt kurz die Augen … – danke euch.

Das Licht vom Himmel gleißt,
widerspiegelt Sternenglanz.
Reine Herzen schlagen weiß,
vereint im jungen Träumertanz.

Wir wiegen uns in Seligkeit,
die Welt ist warm und grün.
Kein Unglück steht bereit,
nur manch andre fliehen.

Nichts trennt unsre Seelenrosen,
und wär die Welle noch so hoch.
Den Stachel wollte ich liebkosen,
nun nach Jahren blutets doch.

Das Leben fließt aus uns heraus,
und niemand kann es halten.
Hinzu tritt schwarzer Graus,
und wird das Herz erkalten.

Blass lesen wir des andren Blick,
Schatten legt sich auf die Seele.
Licht wirft keinen Glanz zurück,
frostge Hand an zarter Kehle.

Der Strahl der Liebe ist zerbrochen,
Asche weist uns jetzt den Weg.
Herz vermag nicht mehr zu pochen,
ins Dunkel führt der lange Steg.

Nun ist der ferne Tod willkommen,
die Seele taugt nichts für allein.
Taube Hände haben sich genommen,
fühlen sich unendlich klein.

Hoffnung hat das Heim verlassen,
der Himmel ist nun völlig leer.
Ich wollt den letzten Funken fassen,
doch meine Hand krümmt sich nicht mehr …

Arno von Rosen, 28. Januar 2016

A Small Measure Of Peace – Hans Zimmer

 

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48 Gedanken zu “Ein Funke noch …

  1. Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird, zu leben.
    Marcus Aurelius

    Mon Baron , Es ist rührend und sehr zart beschrieben wie ein Abschied auch sanft sein kann und nicht nur schmerzhaft, wie es ist wenn die Seele nicht mehr bei uns ist sondern zu Ihrem Schöpfer zurück kehrt und wenn uns Lebenden nur noch die Erinnerung bleibt, schönes WE und weiter so

    Gefällt 5 Personen

    1. Ich freue mich liebe Blumenfee, dass Du die Mehrdeutigkeit auch empfunden hast. Deshalb fand ich den Clip so gut zu meinen schwermütigen Zeilen. Es ist auch ein kleiner Abgesang auf unsere Welt, die in meinen Jugendtagen noch so intakt erschien und jetzt nicht mehr zu reparieren ist – sehr traurig.

      Gefällt 1 Person

  2. Lieber Arno,

    jetzt darf es an mir sein, einen Kommentar zu hinterlassen, denn Dein Gedicht gibt dem Anfang des Unglücks einen Namen: der Stachel! Magst Du mir verraten, was der Stachel für Dich in Deinem Gedicht ist? Danke für Deine Sicht, die Du mir offenbart hast und offenbarst..

    Dein Paul

    Gefällt 1 Person

    1. Lieber Paul, natürlich ist der Stachel nur ein Synonym für die Unwegbarkeit unserer Liebe, vor allem wenn sie an Banalem zu scheitern droht, aber nachdem ich die Musik und den Film gefunden hatte, wurde mir auch erst bewußt, dass meine Zeilen auch einen globalen Bezug haben, denn auch unsere Erde ist endlich, vor allem durch banale Fehler, die Menschen anscheinend gerne billigend in Kauf nehmen.

      Gefällt 1 Person

  3. Liebender Arno der rosigen Apokalypse

    Der Stachel jenes Leidenbewusstseins
    Das ein alter Mythos in unsere Seelen
    Gepflanzt ist an der Zeit gezogen und
    Geheilt zu werden mit au und weh

    Sie wie der Menschen Sinn
    Schenke Ihnen ein altes Hufeisen
    Wie Ich oft getan Sie hängens mit
    Der Öffnung nach oben auf
    Damit das Glück darinn bleibe
    Nicht verloren gehe angsterfüllt

    Doch die Liebenden spüren
    Glück wächst wenn Wir es verschenken
    Und hängen Sein Symbol antennenhaft
    Geöffnet neu nach unten
    Das jeder Mensch davon beglückt

    Mögen auch Cemtrails den götterblauen
    Himmel düstern das Licht in Deiner
    Augen Glanz ist ungebrochen
    Weil Du ein Wissender tief innen bist
    Das Blitz und Donner nur und Hagelschlag

    Der Athmosphäre unerträglich Spannung
    Bald reinigend entladen wird
    Wer dann kein Dach kein Haus
    Weder Freund noch Heimat kennt
    Der hat schon längst verspielt
    Wo Brüderschaft der Einsatz war

    Sei frohgemut da die Nacht
    Am Finstren dreut ist helles
    Morgenröten ach so nah
    Wer nicht verletzt mit argem Sinn
    Den tragen Engel sanft
    Durch Sturm und Nacht

    danke
    Dir Joachim von Herzen

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  4. Hoffnung
    Die Worte berühren. Erst gelingt es mir nicht, sie in ruhiger Wachsamkeit einzuatmen. Gleich einem eingesperrten Tieres wandern sie unruhig in meinem Kopf hin und her, durch die Gitterstäbe der Erkenntnis entgegenfiebernd. „Es fehlt sie doch gerade, die Liebe!“ schallt es immer wieder wie ein sich brechendes Echo durch meinen Kopf. Wie konnte es die tiefe, reine, selbstlose Liebe sein, wenn Du den Wunsch der Geliebten so wenig respektierst? Weisst Du nicht mehr um der klanglosen Worte, die sie dir zuflüsterte, als ihr Euch so nahe wart, dass Du ihren warmen Atem gleich den Südwinden des Sommers am Ohr gespürt hast?
    “ Wenn der Tag kommt, an dem du mich nur noch mit Deinem Herzen sehen kannst, werden Dir meine Worten nur noch die Sterne am Himmel erzählen können.

    Wenn Du Trost brauchst, tröste und wenn Du Hilfe brauchst, helfe! Dann wirst Du Dein Leid überwinden und ein neuer Funke wird Deine schwache Glut neu entfachen!“

    Doch jetzt, da Ihre Hände Dich ein letztes Mal liebkost haben, ist der Strahl der Liebe zerbrochen … So gern hättest Du ihn im neuem Glanz erstrahlen lassen, aber die Sterne habe Dir ihr letzes Funken versagt, der Himmel leer. Oder sind es die dunklen Wolken Deiner Gedanken, die die Sterne verbergen? Die Worte treiben haltlos wie ein Stück Treibholz durch deine Gedankenströme, können Dich nicht mehr erreichen, weichen schließlich einer elegischen Leere und ich verstehe. Es wird viele Nächte dunken Himmels brauchen, bis die Sterne vielleicht eines Tages zurückkommen und Dich aus der Welt der Dunkelheit befreien…

    Danke, Arno, dass Du uns an Deinen wunderbaren Gedankenwelten teilhaben lässt. Ein wunderschönes Wochenende, Nessy von den happinessygirls

    Gefällt 1 Person

    1. Liebste Nessy, Du hast ganz wunderbar das Innenleben eines Dichters beschrieben, der sich nie sicher sein kann wohin ihn sein Schreiben führen wird, aber er es tun muss, vielleicht als therapeutischen Ansatz. Wie Du es gesagt hast, auch Wolken können wieder verschwinden und den Blick auf die Sterne freigeben. Wahre Liebe des Herzens stirbt nie ganz, denn diese kann auch einen langen Winter überstehen – ich danke Dir Nessy und wünsche ein gefühlvolles Wochenende ❤

      Gefällt 1 Person

  5. Ein wehmütig trauriges abschiednehmendes Liebesgedicht, das von Schatten und Asche spricht.

    Hätten wir die Liebe nicht in all ihren Facetten, würden uns so viele lyrische Worte fehlen.

    Sanft und fast leise ist Deine lyrische Sprache, wohltuend nun im späten Abend, der doch schon Nacht sein möchte.

    Lieber Gruß von Bruni

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      1. Lieber Arno,
        zuerst schreiben wir über die Liebe, machen einen Versuch, sie zu erklären
        und scheitert eine, wir erleben den Liebesschmerz mit (es sind ja sehr selten unsere eigenen *g*),
        dann schreiben wir über ihre Schmerzen, weil sie uns zur Inspiration dienten *lächel*
        Sind wir sprachlos, beschreiben wir unsere Sprachlosigkeit und manchmal gehen welche nur noch
        sprachlos an unseren Zeilen vorbei…
        So ist sie, die Lyrik, die Nische in der Bücherwelt.

        LG von Bruni

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  6. Ich bin sehr beeindruckt.
    Auf der Folie der Musik berühren die Worte, umhüllen geradezu.
    Beim zweiten Lesen (ohne Musik) stellte ich mir die Worte von einer Stimme gesprochen vor und sie gingen direkt ins Herz.
    Vielen Dank.
    Abendlichschöne Grüsse aus dem ruhigen Bembelland
    Herr Ärmel

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  7. Das geht unglaublich tief, lieber Arno – ein wundervolles und sehr beeindruckendes Poem. Besonders im Zusammenspiel mit der Musik. Ich mag Hans Zimmer’s Musik (insbesondere zusammen mit Lisa Gerrard – ihr „Sorrow“ z.B.)

    Dein Gedicht, deine Worte … einfach einzigartig und brillant ! Beim Lesen/Hören ein herausragendes Erleben.

    Liebe Grüsse,
    Christel

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